Mit 2,66 Promille in Schlangenlinien unterwegs

„Eigene Dummheit“ führt zu Führerscheinentzug

Espelkamp/Rahden - „Erst am nächsten Morgen wurde mir bewusst, was ich getan habe“, erklärte jetzt ein 29-jähriger Mann, als er sich vor dem Amtsgericht in Rahden wegen Fahrens unter erheblichem Alkoholeinfluss verantworten musste. An einem Novemberabend vergangenen Jahres war der Mann auf der Isenstedter Straße in Espelkamp von der Polizei angehalten worden. Die Beamten stellten einen Blutalkoholwert von 2,66 Promille fest.

Er sei auf dem Weg nach Espelkamp gewesen, erklärte der Mann aus Diepenau. „Es waren zwei Freunde bei mir zu Besuch und die wollten, dass ich sie nach Hause fahre“, so der Angeklagte. Zu dem Zeitpunkt sei er bereits so betrunken gewesen, dass er nicht über die Folgen der Fahrt nachgedacht habe, ließ er über seine Dolmetscherin verlauten.

„Bei dem Alkoholwert müssen Sie Einiges getrunken haben“, merkte Richter Schnasse an, worauf der Angeklagte erwiderte, dass die Freunde bereits am Vortag angefangen hätten, zu trinken – Wein, Bier und Wodka sei in Mengen geflossen. Die Staatsanwältin vermutete, dass der 29-Jährige regelmäßig Alkohol konsumiere, da er sonst körperlich nicht mehr in der Lage zum Autofahren gewesen sein dürfte, so die Juristin. Der Angeklagte jedoch gab an, dass er sonst nur am Wochenende mal ein Bier trinken würde.

Angeklagter kann sich an den Abend nicht mehr erinnern

Ein als Zeuge geladener Polizist, der die Kontrolle vorgenommen hatte, erinnerte sich an den Vorfall: „Der Wagen wurde in Schlangenlinien gelenkt. Das ist typisch für Alkohol am Steuer“, so der Ordnungshüter. Zwar sei der Alkoholgeruch deutlich feststellbar gewesen, doch der Mann habe noch selbstständig gehen können. Zudem sei er sehr redselig gewesen.

Erst als er am nächsten Morgen den Brief von der Polizei bei sich gefunden habe, habe ihm gedämmert, dass in der Nacht etwas passiert sein musste, gestand der Angeklagte, dass er sich an den Abend selber nicht mehr erinnern könne.

„Überdenken Sie ihren Alkoholkonsum und ziehen Ihre Schlüsse aus dem Vorfall“, gab die Staatsanwältin dem Angeklagten in ihrem Plädoyer mit auf den Weg. Sie beantragte eine Strafe von 900 Euro sowie den Führerscheinentzug mit einer Sperrfrist von sieben Monaten. „Das war meine eigene Dummheit und es wird sich nicht wiederholen“, betonte der Angeklagte.

Richter Schnasse verhängte daraufhin eine Geldstrafe von 600 Euro wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr und ordnete den Führerscheinentzug an. Zudem soll die deutsche Verwaltungsbehörde angewiesen werden, dass der 29-Jährige auch im Ausland während einer neunmonatige Sperrfrist keine Erlaubnis zum Autofahren erhalten soll. „Die Sperre dient auch dazu, weitere Straftaten zu verhindern“, machte Schnasse deutlich. Denn auch er ging davon aus, dass der Angeklagte nicht nur gelegentlich trinken würde.

abo

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