DRK-Geschäftsführer mit Entwicklung zufrieden / Strukturelle Unterfinanzierung

Ganztag ist jetzt Schulalltag

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Die dunklen Wolken über der Haldemer Grundschule sind kein schlechtes Omen – der Offene Ganztag an der Einrichtung hat sich bewährt und das DRK zieht eine positive Bilanz.

Stemwede - Vor neun Jahren sind die Offenen Ganztagsgrundschulen in Stemwede mit 80 Kindern gestartet. Heute werden an den drei Einrichtungen – an den Standorten in Levern, Haldem und Oppenwehe – rund 160 Kinder betreut und der Offene Ganztag ist zum Schulalltag geworden.

Diese Bilanz zog Andreas Vogt nun im Bildungsausschuss von Stemwede. Vogt als Geschäftsführer des Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes als Träger der außerunterrichtlichen Angebote berichtete auch über Herausforderungen. Vorweg betonte er, dass er die rückläufige Kinderzahl nicht als Bedrohung sehe. „Wir werden die Betreuungsquote weiter ausbauen“, gab er sich positiv. Im Altkreis Lübbecke ist das DRK Träger von fünf Offenen Ganztagsschulen in Stemwede und Rahden. Die Landesregierung stellt dafür Lehrerstellen und Personalkostenzuschüsse und setzt die Rahmenbedingungen. Die Angebote gestalten Akteure wie Sportvereine und Freiwillige vor Ort. Die Finanzierung richtet sich nach der Anzahl der angemeldeten Kinder und setzt sich aus einem Landeszuschuss pro Kind und Schuljahr sowie für den Schulträger zusammen.

Eine „strukturelle Unterfinanzierung“ nannte Vogt als größte Herausforderung. „Das Geld, das wir pro Kind bekommen, reicht nicht“, machte er deutlich. Insbesondere eine Deckelung bei Schülern mit sonderpädagogischen Förderbedarf belaste den Haushalt. „Wir müssen 15000 Euro über die Mitarbeiter kompensieren“, rechnete Vogt vor – die Gemeinde Stemwede bekommt vom Land lediglich Fördergelder für 27 Kinder mit Förderbedarf, es besuchen aber 42 Jungen und Mädchen die Einrichtungen unter den Voraussetzungen.

Als weiteres Standbein der OGS-Finanzierung gibt es den Elternbeitrag. Dieser hängt von der finanziellen Unterstützung der jeweiligen Kommune ab und richtet sich in der Flächengemeinde nach dem Einkommen der Eltern. In diesem Zusammenhang kritisierte Ralf Nünke (FDP), dass die Beiträge in Stemwede im Vergleich zu Rahden „deutlich teurer sind“. „Es gibt eine Satzung bei der Gemeinde, mit der die Elternbeiträge regelmäßig angepasst werden“, erwiderte Schulamtsleiter Jörg Bartel.

Die Verwaltung und der Rat hätten sich für die derzeit gültige Regelung entschieden, um Eltern mit geringem Einkommen ebenfalls die Chance zu bieten, ihre Kinder bei einer OGS anzumelden. Bartel will aber in den kommenden Wochen eine Abfrage in den Nachbarstädten machen, um eine „qualifizierte Grundlage für Berechnungen“ zu präsentieren.

Ein anderes Problem, von dem Andreas Vogt sprach, war die personelle Situation in den Schulen. Der Versuch, den hohen Bedarf mit einem FSJ-ler aufzufangen, sei nicht realistisch, führte Vogt aus. Die Nachfrage nach Personal sei mit der steigenden Zahl an Flüchtlingen noch verschärft worden. „Wir müssen immer wieder ungeplant Flüchtlingskinder mitbetreuen“, berichtete Vogt den Ausschussmitgliedern. Eine Lösung für die Entwicklung zeichne sich momentan nicht ab, bedauerte der DRK-Geschäftsführer.

Die Angebote des DRK an anderen Schulen in Stemwede im Sinne der Randzeitenbetreuung seien einerseits aus finanziellen Gründen zurückgenommen worden und weil das DRK mit dem Offenen Ganztag andere Ziele verfolge, so Vogt bei der Sitzung abschließend auf eine Nachfrage von Nünke.

abo

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