Dielinger zu Geldstrafe verurteilt

Zeugenaussagen widersprechen sich

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Mediengruppe Kreiszeitung

Espelkamp - Wer lügt? Diese Frage galt es nun vor dem Amtsgericht Rahden zu klären. Ein 43-jähriger Dielinger behauptete, ein Unbekannter habe sein Auto auf dem Parkplatz eines Espelkamper Supermarktes beschädigt. „Tatsächlich handelte es sich um einen älteren Schaden“, hieß es in der Anklageschrift. Auch die Aussagen der geladenen Zeugen widerspachen sich.

Er habe zu Fuß eine Runde über den Parkplatz gedreht, um Wurfkärtchen zum Ankauf gebrauchter Fahrzeuge zu verteilen, schilderte der Angeklagte seine Version des Geschehens. Als er sich seinem Auto wieder näherte, sei ihm der Schaden aufgefallen. „Jemand ist da reingefahren“, vermutete er. Eine Freundin seiner Frau unterstützte den Dielinger in dieser Aussage. Wenige Tage zuvor habe sie sich in der Nähe des Autos aufgehalten. Ihr sei keine Delle aufgefallen.

Auf dem Parkplätze hätte ein Flugzeug landen oder ein 40-Tonner wenden können, sagte der Polizist, der den Schaden auf dem Parkplatz in Augenschein genommen hatte. Der Unfall wäre unschlüssig gewesen, weil kein einziges Auto in der Nähe gewesen sei. Da den Polizisten klar gewesen sei, dass der Dielinger lügt, hätten sie ihn „eindringlich belehrt“ – ohne Erfolg. Ein Nachbar des Angeklagten meinte, er habe den Schaden schon vorher gesehen und den 43-Jährigen darauf angesprochen.

„Wir haben nur Stress mit ihm“, reagierte der Angeklagte auf die belastende Aussage. „Der hasst meine Kinder“, ergänzte er. Der Zeuge widersprach. Auf Nachfrage gab er jedoch zu, dass das Verhältnis zu seinem Nachbarn angespannt sei. „Das tut hier nichts zur Sache“, wies er weitere Fragen zu der Beziehung zu seinem Nachbarn zurück.

Der Staatsanwalt schenkte den Aussagen der Polizei und des Nachbarn Glauben – im Gegensatz zu der Zeugin. Sie sei „ganz knapp an einer uneidlichen Falschaussage vorbeigeschrammt.“ Der Schaden könne nicht durch ein anderes Fahrzeug an diesem Tag passiert sein – daher forderte er eine Geldstrafe von 50 Sätzen zu je 15 Euro.

Der Verteidiger des Angeklagten erklärte, es gebe für seinen Mandanten keinen Grund, die Straftat vorzutäuschen, da der Wagen vollkaskoversichert sei. „Er kann grob fahrlässig gegen eine Mauer fahren und kriegt innerhalb von wenigen Wochen Geld.“

„Das Motiv mögen irgendwelche Irrtümer im Kopf des Angeklagten sein“, schätze Richter Hagenkötter. Er verurteilte den Dielinger zu 40 Sätzen zu je 15 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

ks

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