Deutscher Mühlentag lockt Hunderte Besucher / Musik und altes Handwerk

Hobbymüller geben Einblick in technische Denkmäler

+
Ein mäßiger Wind sorgte am Pfingstmontag – wie hier in Tonnenheide – für rotierende Mühlenflügel.

Stemwede/Rahden - Steter Wind blies am Pfingstmontag mit einer Ausdauer, als wäre er extra für den Deutschen Mühlentag bestellt worden. Die Hobbymüller hatten in Stemwede und Rahden gut zu tun, den interessierten Besuchern die Funktionen der Mahlgänge im Inneren der Denkmäler zu erklären. Musik und weitere Angebote rundeten den Aktionstag ab und luden so zu einer Mühlentour durch die Region ein.

Zwei Mühlen hatten in der Gemeinde Stemwede geöffnet und lockten mit Aktionen. So hatten Herbert und Helga Kemmener den Mühlentag für eine Radtour genutzt. In Gehlenbeck gestartet, lag ihr erster Stopp an der Leverner Mühle. Den Galerieholländer, ein bautechnisches Denkmal aus dem Jahr 1922, ließen sie sich von Dietrich Kramer erklären. Der hatte am Nachmittag die Flügel besegelt, die unverdrossen Runde um Runde drehten.

Im Windschatten der historischen Fachwerkhäuser auf dem weitläufigen Gelände der Kolthoffschen Hofmahlmühle genossen die Besucher Butterkuchen aus dem Steinbackofen. Dabei freuten sie sich über Unterhaltung durch den Leverner Spielmannszug, der neben traditionellen Märschen auch Evergreens und moderne Schlager im Gepäck hatte. Eine Besichtigung des Bauerngartens, der Altmaschinenhalle mit Geräten zur Feldbestellung aus vergangenen Tagen sowie das Sägegatter in Aktion rundeten in Levern den Tag ab.

Wie auch anderenorts, konnten sich in Oppenwehe die Mühlenfreunde nicht über mangelndes Interesse beklagen. Im Spargeldorf sorgten die Mühlenmusikanten mit Walzer und Foxtrott für fröhliche Stunden. Die Gäste lauschten dem beschwingten Spiel der Musikgruppe und ließen sich Kaffee und Kuchen schmecken.

Mühlentag in Stemwede und Rahden

Wer sich Zeit nahm und über die schwingende Stiege die Bockwindmühle erklomm, wurde mit Informationen zu den Mahlgängen belohnt. Lars und Nils Sengebusch, Michael Kreimer und Tobias Römer hatten das Müllerhemd übergestreift und erklärten zwischen den bebenden Holzwänden und sich drehenden Mühlenrädern die Herstellung von Mehl.

„Die Mahlgänge sind das Besondere an der Oppenweher Mühle. Kreisweit ist sie die einzige historische Mühle, in der neben zwei weiteren Mahlgängen der Graupenmahlgang noch funktionstüchtig ist“, weiß Tobias Römer, der zum ersten Mal in die Rolle des Freizeitmüllers geschlüpft war.

Der Aktionstag auf dem Oppenweher Mühlengelände bot den Besuchern ferner die Möglichkeit, Bienenhonig von Imker Willi Schlottmann zu kaufen. Einige entschieden sich aber auch für eine handgefertigte Puppe mit Hochprozentigem von Christel Küll.

Keine Mahlgänge, aber eine schöne Aussicht bot sich den Ausflüglern an der Tonnenheider Mühle. Dort beteiligte sich der örtliche Heimatverein mit seinen Gruppen am Tag der offenen Tür und sorgte für Abwechslung in und um die Hochzeitsmühle. Während im Inneren das Trauzimmer besichtigt werden konnte und die Hobbywerkstatt ihre Holzbuchstaben ausstellte, erfüllten die Tonnenheider Strickeschläger vor dem alten Galerieholländer die Wünsche der Besucher. Durch die Zusammenarbeit der sieben Männer entstanden im Handumdrehen Stricke und Seile verschiedener Stärken und Längen. Ob als Springseil oder für den Gebrauch in der Landwirtschaft, mit sechs bis zu 32 Fäden – mit ihrem Gerät aus dem 19. Jahrhundert demonstrierten die Strickeschläger um ihren Vorsitzenden Werner Kröger ihr Können. Im Fachwerkhaus nebenan wurde ebenso fleißig gearbeitet.

Neben der Verkaufstheke mit Kaffee und Kuchen ließen sich dort die Spinnefrauen beim Stricken, Filzen und Co. über die Schulter blicken. Die mehr als 100 Jahre alten Spinnräder klapperten gleichmäßig, während draußen der Shantychor Dümmersee rund drei Stunden lang sein Repertoire zum Besten gab. Die Sänger brachten Maritimes und Eigenkompositionen zu Gehör und begeisterten passend zum Aktionstag mit dem Mühlenlied.

Musikalisch ging es an der Weher Bockwindmühle ebenfalls zu. Während sich die Besucher die Dinkelwaffeln oder andere Köstlichkeiten schmecken ließen, gaben die jungen Sänger „Village-Beat“ aus Petershagen den Ton an.

hm/abo

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Diese sieben Promis erlitten einen Schlaganfall

Diese sieben Promis erlitten einen Schlaganfall

Alleskönner-Alu oder Edel-Carbon: Rahmen für Radler

Alleskönner-Alu oder Edel-Carbon: Rahmen für Radler

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Kommentare