43-Jähriger soll Rechnung gefälscht haben

„Das klingt von vorne bis hinten gelogen“

Symbolbild

Rahden/Stemwede - Er stellte der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem 300 Euro für eine während seines dortigen Aufenthalts verloren gegangene Arbeitsuniform in Rechnung. Die vorgelegte Rechnung seines angeblichen Arbeitgebers allerdings soll er gefälscht haben. Vor dem Rahdener Amtsgericht bestritt der 43-jährige Mann aus Gelsenkirchen, der bereits mehrfach wegen Betrugs vor Gericht stand, den Vorwurf jedoch.

Als er in die Klinik eingewiesen worden sei, habe das Klinikpersonal seine Wachdienstuniform zunächst sicher verwahrt, schilderte er. Als er sie später an seinen früheren Arbeitgeber zurückschicken wollte, sei sie nicht mehr da gewesen. Da laut Angeklagtem nur das Personal Zugang zu dem Aufbewahrungsraum hat, forderte er von der Klinik eine Erstattung der Kosten. Zum Nachweis der Höhe legte er eine Rechnung vor, die er angeblich von seinem früheren Arbeitgeber, einer Auffangfirma, bei der er nur kurz angestellt gewesen sei, angefordert hatte. An der Echtheit der Rechnung hatten die Klinik-Mitarbeiter allerdings Zweifel. Auch Richter Schnasse bemerkte einige Auffälligkeiten wie Rechtschreibfehler und eine Handy-Nummer als Kontakt, die nicht für die Seriösität der Firma sprechen, auf deren Existenz es derzeit keinen Hinweis gibt.

Der Angeklagte stellte sich selbst als Opfer dar. Nachdem er aus der Klinik entlassen worden sei, habe er sich auf die Suche nach der Firma gemacht und festgestellt, dass es sie nicht gibt. „Das klingt, als sei alles von vorne bis hinten gelogen“, gebot der Staatsanwalt den Ausführungen des 43-Jährigen Einhalt. Eine erste Recherche des Staatsanwalts hatte ergeben, dass es die Firma, für die der Angeklagte noch 2014 gearbeitet haben will, bereits seit Dezember 2013 nicht mehr gibt, das Folgeunternehmen ging im Februar 2014 in Konkurs. Dennoch beharrte der Gelsenkirchener darauf, bei dieser Firma gearbeitet zu haben. Einen Arbeitsvertrag konnte er nicht vorweisen. Während er in der Klinik untergebracht war, habe er seine Wohnung auflösen lassen. Dabei seien die Unterlagen verschwunden.

Der Staatsanwalt ließ sich von derartigen Ausflüchten nicht überzeugen. „Betrüger haben auf alles eine Antwort“, habe ihn seine 20-jährige Berufstätigkeit gelehrt. Auch der Angeklagte hat offenbar einige Erfahrung auf diesem Gebiet. Er wurde bereits mehrfach wegen Betrugs verurteilt, das Zentralregister weist laut Staatsanwalt 26 Eintragungen auf. „Wenn Sie die Tat bestreiten und wir ihnen das später nachweisen können, läuft das auf eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung hinaus“, gab er dem 43-Jährigen eine letzte Möglichkeit zum Geständnis, die dieser aber nicht ergriff.

Richter Schnasse unterbrach die Verhandlung daraufhin für weitere Ermittlungen hinsichtlich des angeblichen Arbeitgebers des Angeklagten.

mer

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