Christdemokrat über sein Buch und Pflege

Heiner Geißler erkundet Rahden

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Der ehemalige Generalsekretär Heiner Geißler (Mitte) war zu Besuch in Rahden. Dort traf er sich mit dem Bürgermeisterkandidaten der CDU, Bert Honsel (l.), und anderen Christdemokraten.

Rahden - Prominenter Besuch: Heiner Geißler, ehemaliger Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit, Ex-Generalsekretär der CDU und Autor, war am Donnerstag in Rahden. Dort traf er sich mit dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Dr. Bert Honsel und anderen Christdemokraten. Zusammen erkundeten sie die Auestadt und boten Interessierten die Möglichkeit zum Gespräch.

Ihre erste Station war das Alten- und Pflegeheim St. Johannis. Honsel und Geißler unterhielten sich dort mit Bewohnern und der Pflegedienstleitung. Der Eindruck des mittlerweile 85 Jahre alten Politikers: „Das Pflegeheim ist gut geführt. Die Leute sind gut untergebracht.“ Während seines Besuches machte Geißler deutlich, dass er angesichts des demografischen Wandels eine Volks- oder Bürgerversicherung als notwendig erachte. Auch der Mangel an qualifizierten Pflegekräften war Thema beim Besuch des Pflegeheims – der Generalsekretär a. D. und Mitarbeiter waren sich einig, dass dieser Grund zur Sorge sei.

Danach brachen die Christdemokraten zu einem kleinen Rundgang durch die Rahdener Innenstadt auf. „Das Stadtbild macht einen sehr guten Eindruck“, fand Geißler. Es werde zwar viel gebaut, aber das sei ein gutes Zeichen.

Zum Abschluss kehrte die Gruppe auf ein Eis ins Creativ-Café in Rahden ein. Alle Interessierten waren eingeladen, dort mit Geißler und Honsel ins Gespräch zu kommen – der Andrang war jedoch überschaubar. Bei den Gästen, die das gute Wetter auf der Terrasse des Cafés genossen, erweckte Geißler Aufmerksamkeit. Er wechselte ein paar Worte mit den Männern und Frauen und signierte schließlich in kleiner Runde das ein oder andere Buch – mittlerweile hat er mehr als ein Dutzend Werke veröffentlicht. Sein neuestes heißt „Was müsste Luther heute sagen?“. In dem gut 300 Seiten starken Schriftstück, das Geißler derzeit auf einer Lesereise vorstellt, beleuchtet er unter anderem den Zusammenhang von Theologie und Kapitalismus. Außerdem zeigt er Verbesserungsvorschläge für die Kirchen auf – sowohl für die evangelische als auch für die katholische.Zum ersten Mal habe er von seiner Großmutter von Luther gehört, erinnerte sich Geißler. Sprüche wie „Wenn es diesen Luther nicht gegeben hätte, hätte man nicht zwei, sondern eine Kirche gehabt“, seien ihm als „kleiner Bub“ im Gedächtnis geblieben.

Auch im Zusammenhang mit der CDU sei er mit der Reformation in Kontakt gekommen. „Die Reformation hat sich noch bis Mitte der 60er-Jahre politisch ausgewirkt“, erzählte er. Die Konfession habe Wahlen beeinflusst, denn die CDU sei fest mit der katholischen Kirche verankert gewesen. In den Hintergrund gerückt sei dieser Zusammenhang, seitdem die CDU den evangelischen Ludwig Erhard als Kanzler unterstützte.

Der Politiker war nicht zum ersten Mal in Rahden: Bereits während des Bundestagswahlkampfs mit Steffen Kampeter 2009 erkundete er die Stadt, damals per Draisine.

ks

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