Suche nach neuem Inhaber in Pr. Ströhen

Borcherding gibt Apotheke zum 1. Juli auf

Inhaberin Birgit Borcherding wird die Aue-Apotheke in Pr. Ströhen im Sommer aufgeben. - Archivfoto: Pröpper

PR. STRÖHEN - Birigit Borcherding will nicht länger auf eine Entscheidung der Verwaltung zum Ärztehaus warten und hat selbst einen Entschluss gefasst: Die Apothekerin wird zum 30. Juni die Aue-Apotheke in Pr. Ströhen schließen und ab dem 1. Juli im Kreis Paderborn arbeiten.

Borcherding hatte die seit 1979 bestehende Apotheke in der Rahdener Ortschaft im Jahr 2000 übernommen. „Ich war als Inhaberin am längsten vor Ort“, blickt sie auf ihre Tätigkeit zurück. Wie sie auf Nachfrage berichtet, habe sie sich schon länger mit der Idee beschäftigt, woanders eine Apotheke zu übernehmen. „Die Pläne für das Ärztehaus in Rahden haben die Sache verschärft“, sagt Borcherding und rechnet vor: „Dr. Gottfriedsen würde dann die Praxis in Pr. Ströhen schließen und nach Rahden gehen. Oder alternativ noch sieben Jahre weitermachen. Ich habe aber noch 14 Jahre bis zur Rente. Also: Wenn ich was ändern will, dann muss ich das jetzt machen.“

Um die Wirtschaftlichkeit und die Zukunft der Aue-Apotheke stehe es nicht gut, so die Mindenerin. Dies sei auf die erheblichen Bevölkerungsrückgänge zurückzuführen. „Als ich die Apotheke übernommen habe, hatte Pr. Ströhen 2 450 Einwohner, jetzt sind es nur noch 1 890.“ In den umliegenden Gegenden sehe es ähnlich aus, weiß Borcherding. Zudem würden viele ihre Rezepte dort einlösen, wo sie ihren Arzt hätten – und das sei inzwischen häufig außerhalb der Rahdener Ortschaft. „Unter diesen Umständen brauche ich die Apotheke nicht weiterbetreiben“, zieht Borcherding nun also einen Schlussstrich. Auch ihren Posten als Kreisvertrauensvorsitzende in der Apothekerkammer Westfalen-Lippe wird sie bei ihrem Wechsel zurückgeben.

Wie es mit der Aue-Apotheke weitergeht, ist derzeit noch offen. „Über die Fachpresse habe ich Anzeigen geschaltet. Mit sehr viel Glück finden wir darüber einen Nachfolger“, berichtet Borcherding. Interessenten habe es zwar schon gegeben, aber die ländliche Lage würde viele dann doch abschrecken.

Auch Ortsvorsteherin Bianca Winkelmann will sich kümmern und Werbung für die Aue-Apotheke machen. „Das muss aber schnell gehen“, betont Birgit Borcherding. Denn bis ein Apotheker die Genehmigung und Betriebserlaubnis vom Kreis sowie weitere Dokumente für die Eröffnung von den zuständigen Behörden bekomme, könnte es bis zu zehn Wochen dauern, weiß die Apothekerin. Für eine nahtlose Übergangslösung müsste der Nachfolger bis spätestens Mitte April feststehen. Dass sie die Aue-Apotheke als Inhaberin der Apotheke im Kreis Paderborn als Filiale weiterführt, ist ausgeschlossen. „Das ist zu weit weg“, begründet Borcherding. - abo

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