Borcherding bangt um eine Lösung – Winkelmann gibt sich optimistisch

Bislang kein Nachfolger für Pr. Ströher Aue-Apotheke

Die Schließung der Aue-Apotheke wird immer wahrscheinlicher, weil Birgit Borcherding keinen Nachfolger findet. - Archiv: kap

Pr. Ströhen - „Es wird wohl keinen Nachfolger geben.“ Die derzeitige Inhaberin der Aue-Apotheke in Pr. Ströhen, Birgit Borcherding, hat die Hoffnung aufgegeben, dass sich eine Lösung für die Apotheke in der Rahdener Ortschaft finden lässt. An Gründonnerstag habe ihr der letzte Interessent abgesagt, berichtet Borcherding auf Nachfrage. Pr. Ströhens Ortsvorsteherin Bianca Winkelmann geht dagegen optimistisch an die Nachfolgeregelung heran.

Wie bereits berichtet, wird Borcherding die Aue-Apotheke zum 1. Juli verlassen und eine Apotheke im Kreis Paderborn übernehmen. Die Mindenerin arbeitet seit 16 Jahren in Pr. Ströhen. Nach den Diskussionen um das Ärztehaus mit angeschlossener Apotheke in Rahden hat sie sich dazu entschlossen, „etwas zu ändern“. Denn früher oder später gebe es für die Aue-Apotheke keine Perspektive mehr – entweder werde Mediziner Jens Gottfriedsen ins Ärztehaus wechseln oder aber spätestens in sieben Jahren seine Praxis aus Altersgründen schließen. Seine Hausarztpraxis liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Apotheke. Die noch nötigen 14 Jahre bis zu ihrer eigenen Rente werde sie somit auf keinen Fall in Pr. Ströhen erreichen, rechnet Borcherding vor.

Derzeit habe sie wegen der Filialübernahme viel zu tun, so Borcherding, die die Bemühungen von Ortsvorsteherin Bianca Winkelmann zu schätzen weiß. Winkelmann habe bereits viele Gespräche mit Apothekern geführt, einige Termine stehen noch an. „Es ist also noch alles im Fluss“, sagt Winkelmann, die zugleich betont: „Ich habe Verständnis für die Entscheidung von Frau Borcherding. Es wird nicht einfacher.“ Die Pr. Ströherin wünscht sich für die Bewohner des Nordpunktdorfes sowie die Angestellten der Aue-Apotheke eine Präsenz-Apotheke im Ort. Birgit Borcherding hingegen glaubt nicht daran, dass sich ein Apotheker für eine Filiale in Pr. Ströhen entscheidet. „Es wird sich vor allem keine Leitung finden lassen, weil der Umsatz hier sehr gering ist“, liefert Borcherding gleich eine Begründung.

„Ich hoffe, dass es weitergeht und werde den Kopf nicht in den Sand stecken“, so Winkelmann. Wichtig sei, dass die Versorgung mit Medikamenten auch im ländlichen Raum vorhanden bleibe. Dafür kann Bianca Winkelmann sich auch einen Plan B vorstellen: „Wenn wir eine Rezeptsammelstelle bekommen, wäre uns auch geholfen.“ Dazu muss die Apothekerkammer aber eine entsprechende Zulassung erteilen, damit eine Apotheke an einem anderem Standort den Briefkasten, in dem die Pr. Ströher ihre Rezepte einwerfen, leeren darf. Anschließend würden die Medikamente direkt zu den Haushalten gebracht werden.

Zwar rechnet Winkelmann fest damit, dass es in Pr. Ströhen weiter eine Apotheke geben wird, „allerdings könnte der nahtlose Übergang ein Problem werden“. Denn wenn Birgit Borcherding am 30. Juni am Abend die Aue-Apotheke schließt, müsste bereits ein Nachfolger gefunden sein, der alle nötigen Unterlagen und Genehmigungen hat. Doch die Behörden brauchen laut Borcherding rund zehn Wochen. Zudem würde die Apothekerkammer auf die umliegenden Apotheken verweisen und damit die Deckung als gegeben ansehen. - abo

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