Offene Kirche in St. Johannis startet mit Ausstellung zum historischen Rahden

Besinnliche Einkehr und vernetzte Geschichte

Für die neue „Offene-Kirche“-Saison haben die Akteure eine interessante Ausstellung in der St.-Johanniskirche zusammengestellt: (v.l.) Friedrich Sander (Pr. Ströhen), Pfarrer Udo Schulte, Karl-Heinz Kopmann (Sielhorst), Jürgen Heimsath (Alt-Espelkamp), Siegfried Strunk (Kleinendorf) und Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning sowie (vorn v.l.) Varls Ortsheimatpfleger Reinhard Stevener und dessen Weher Pendant Heinrich Wiegmann. - Foto: Schubert

Rahden - Kirchen sind Orte der Besinnung und Begegnung. Daher kehren viele Menschen gerne in die Gotteshäuser ein, um sich auf die christliche Botschaft und die Religion zu besinnen. Ab Dienstag, 3. Mai ,lädt die St.-Johanniskirche in Rahden als offene Kirche Besucher wieder zum Verweilen ein. Immer von dienstags bis samstags, von 11 bis 17 Uhr, ist das Gotteshaus im Herzen der Innenstadt bis zum 3. Oktober geöffnet.

Die St.-Johanniskirche bietet dann für Ausflügler und im Rahmen von Stadtrundgängen oder einfach, um einen Moment der Stille zu genießen, einen optimalen Anlaufpunkt. Rund 20 Ehrenamtliche engagieren sich dafür, dass eine verlässliche Öffnung des Gotteshauses für die Allgemeinheit zu den festgelegten Zeiten möglich ist.

Und nicht nur das. Gemeindepfarrer Udo Schulte freut sich, zum Start in die neue Saison zudem erneut eine interessante Bilderausstellung in den heiligen Hallen zu Gast zu haben, die für die Bevölkerung wie auch für auswärtige Gäste interessant sein könnte. „Ich bin im Gespräch mit den Ortsheimatpflegern auf den Rahdener Kirchendekorationsmaler Heinrich Beerhorst aufmerksam geworden“, erzählt Schulte jetzt bei der Ausstellungspräsentation. „Beerhorst hat das Leben in Kirche und Gesellschaft in Rahden aus vergangenen Zeiten auf verschiedenen Bildern sehr eindrücklich festgehalten. Das war ein schöner Anknüpfungspunkt für eine Ausstellung in unserem Gotteshaus“, so Rahdens Pfarrer.

Heinrich Beerhorst hat von 1891 bis 1974 in Rahden gelebt. Obwohl erst vorwiegend in den 70er-Jahren entstanden, zeigen seine Bilder – die aus der Erinnerung heraus gemalt wurden – Rahden im 19. Jahrhundert. „Die Bilder sind noch heute im Familienbesitz und wurden uns freundlicher Weise für die Ausstellung zur Verfügung gestellt“, so Schulte. Zwölf Motive sind in St. Johannis zu sehen. Man hoffe, dass sich durch die Erinnerung an den Kirchenmaler weitere Originale wiederfinden würden, die vielleicht vergessen in Fremdbesitz verblieben sind.

„Es kam vor, dass Bilder immer mal wieder irgendwo gezeigt und dann vergessen wurden“, weiß Schulte aus eigener Erfahrung. Denn auch im Gemeindehaus wurde man im Vorfeld der Ausstellung eines Gemäldes fündig.

Zudem hatten sich die Ortsheimatpfleger im Jahr des 50-jährigen Bestehens des Museumshofes eine besondere Aufgabe gestellt: Sie haben die alten Kirchwege wieder entdeckt, auf denen in vergangener Zeit die Menschen zum Teil weite Wege hinter sich gebracht haben, um den Gottesdienst in Rahden zu besuchen. „Der Impuls kam von meinem Weher Pendant Heinrich Wiegmann“, so Pr. Ströhens Ortsheimatpfleger Friedrich Sander. Wiegmann hatte von der Wiederentdeckung des alten Barnstorfer Kirchspiels gehört und regte an, dieses auch für Rahden nachzuzeichnen.

Mittels einer alten Katasterkarte aus den Jahren 1828/1829 ließen sich die Kirchwege im Rahdener Kirchspiel vor rund 200 Jahren gut verfolgen. „Für die Rekonstruktion konnten wir mündlich überlieferte Wegbeschreibungen in den Ortschaften, Protokolle aus Gemeindeversammlungen und das dokumentierte Wegenetz sowie Flussläufe zugrunde legen“, erklärt Sander, für den die Frage nach den Wegen, die die Menschen damals auf dem Weg zur Kirche gegangen sind, im Vordergrund seiner Recherchen stand. „Teilweise haben die Christen mehr als zehn Kilometer in Kauf genommen“, hat er herausgefunden und ebenso: „Es gab Pad-, Neben- und Hauptwege und zudem Treffpunkte, von wo aus gemeinsam weitergegangen wurde.“

Doch nicht nur zwecks Besichtigung ist die Karte des alten Kirchspiels Rahden in der St.-Johanniskirche zu sehen. „Im Rahmen der Jubiläumsfeier auf dem Museumshof gibt es einen Gottesdienst am 19. Juni und dann sollen die alten Kirchwege genutzt werden, um aus den Außenorten zum Gottesdienst zu gehen oder zu fahren“, verraten die Heimatpfleger. Das schließe auch die Alt-Espelkamper Gemeinde ein. Die ein oder andere Ortschaft habe sich hierzu schon etwas Besonderes zur Bewältigung der Wegstrecke überlegt. - Art

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