Berater informieren über das neue Pflegestärkungsgesetz und Zuschüsse für barrierefreien Umbau / Heute gleiches Referat in Wehdem

Passende Hilfen für Pflegebedürftige und Angehörige

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Um die Zuschüsse auszuschöpfen, „muss man die Spielregeln kennen“, so Thomas Macher von der Pflegeberatung.

Rahden - Seit Beginn des Jahres soll der Alltag von Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und Fachkräften aus dem Pflegebereich erleichtert werden. Dazu hat die Bundesregierung das Pflegestärkungsgesetz verabschiedet. Doch es gibt viele Fragen und Unsicherheiten: Welche Hilfen stehen pflegenden Angehörigen zu und wo werden sie beantragt? Einen Überblick über die Pflegeversicherung sowie über Zuschüsse für den Umbau einer barrierefreie Wohnung gaben am Dienstagabend Thomas Macher (Zentrum für Pflegeberatung), Dietmar Blank (IKK Classic) und Burkhard Mevert (Wohnberatung) im Bahnhof der Stadt Rahden.

Rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige sollen laut Bundesregierung von der Gesetzesnovelle profitieren. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen auf 3,5 Millionen steigen, waren sich die Berater sicher. Und das stelle die Gesellschaft vor einige Herausforderungen. Unter anderem fiel dabei das Stichwort Fachkräftemangel. „Wir sind Ansprechpartner für alle und suchen nach wohnortnahen und passenden Hilfen“, warb Thomas Macher für das Pflegezentrum mit seinen drei Štandorten in Espelkamp, Minden und Bad Oeynhausen.

Da nur etwa ein Dutzend Interessierte zu der Veranstaltung nach Rahden gekommen waren, blieb genug Zeit, um auf die Fragen der Besucher einzugehen. So beschäftigte die Anwesenden, wie der Besuch eines Gutachters zur Einstufung der Pflegestufen abläuft und wie sich etwaige Probleme vermeiden lassen. Dass Nachfragen ein guter Weg ist, um Unsicherheiten aus der Welt zu schaffen, unterstrich Blank.

Denn bei dem komplexen Thema gehe es letztlich darum, dass die Pflegebedürftigen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Daher sei es wichtig, Problembereiche im eigenen Haus zu entschärfen, erklärte Burkhard Mevert. Seit November besucht er zusammen mit seinen beiden Kollegen von der Wohnberatung Personen, die ihr Haus barrierefrei umbauen wollen.

„Schon einfache Hilfsmittel erleichtern den Alltag“, erklärte Mevert und machte dies exemplarisch an einem farbig hinterlegten Lichtschalter sowie Handläufen in der Wohnung deutlich. Laut Gesetz stehen Betroffenen für den barrierefreien Umbau 4000 Euro zu. „Das gilt für alle Pflegestufen“, unterstrich Macher und ermutigte: „Man muss sich trauen, die Leistungen in Anspruch zu nehmen.“

Diese könnten seit Beginn des Jahres deutlich flexibler gestaltet werden – auf Antrag können die Pflegekassen Zuschüsse aus der Kurzzeitpflege auf die Tagespflege umschreiben, führte Macher aus. „Manchmal helfen aber die schönsten Mittel nichts“, sagte daraufhin Dietmar Blank. Der Vertreter der Innungskrankenkasse spielte auf die Tatsache an, dass die Pflegebedürftigen selber mit den Maßnahmen einverstanden sein müssten: Tagespflege würde für einige nicht in Frage kommen, weil die Hilfsbedürftigen ihre vertraute Umgebung nicht verlassen wollen.

abo

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