Bela Lange und Dr. Bert Honsel stellen sich Rededuell im Rahdener Gymnasium

Sushi gegen Burger

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Die Q1-Stufe und einige Realschüler lernten Dr. Bert Honsel und Bela Lange gestern im Rahmen einer Fragerunde im Rahdener Gymnasium näher kennen.

Rahden - Während Dr. Bert Honsel lieber einen Campingurlaub an der französischen Mittelmeerküste macht, bevorzugt Bela Lange ein Zelt an der schottischen Küste. Über Vorlieben, Einstellungen und Politik sprachen Rahdens Bürgermeisterkandidaten gestern im Gymnasium.

Dort hatte der Leistungskurs Sozialwissenschaften der Q1 gemeinsam mit Lehrer Martin Holle eine Politikstunde der besonderen Art vorbereitet. Unter der Moderation von Violetta Mastel und Theresa Bonfert fühlten sie Lange und Honsel zu unterschiedlichen Aspekten auf den Zahn. „Eine aufregende Aktion“, meinte Bela Lange und sprach damit wohl beiden Seiten aus der Seele.

In einer ersten Runde lernten die Schüler der Q1 sowie eine Klasse der Realschule, von denen ein Großteil am 13. September erstmalig zur Wahl gehen darf, die beiden Bürgermeisterkandidaten kennen. Dabei wurden Gemeinsamkeiten – beide würden ein Buch mit auf eine einsame Insel nehmen – und Unterschiede deutlich – Bert Honsel zieht Burger den Sushi-Varianten vor und umgekehrt.

Bei den ernsten Themen nahmen sich die von der SPD, FWG, FDP und Grünen unterstützte Kandidatin und der CDU-Kandidat viel Zeit, um ihre Positionen deutlich zu machen. Für jede Generation entsprechend beleuchteten die Gymnasiasten die Standpunkte der Beamten und erfuhren, dass Honsel die Ganztagsbetreuung deutlich kritischer sieht als seine Gegenkandidatin. „Für Familien und Vereine ist das ein sensibles Thema“, erklärte Honsel zur Ganztagsbetreuung. Diese ist für Lange ein „wichtiger Ansatz für die Chancengleichheit“. Die Familienverbände von heute passen ihr zufolge nicht mehr mit dem Wirtschaftssystem zusammen und die Schule biete mehr Möglichkeiten, Kinder zu unterstützen, machte die gebürtige Hamelnerin deutlich.

Eindeutiger Konsens herrschte hingegen beim Thema Grundschulstandorte. „Wir müssen die Schulen in den Außenbereichen erhalten“, waren sich Lange und Honsel einig. Denn die Ortschaften würden andernfalls unattraktiv werden und möglicherweise ausbluten, wenn Grundschulen wie beispielsweise am Standort in Pr. Ströhen geschlossen würden, unterstrich der CDU-Kandidat.

Attraktiv sei Rahden auch, weil es viele Möglichkeiten für den Tourismus biete. „Das muss nicht immer der große Tourismus mit dem Eiffelturm sein“, sagte Lange und verwies auf den Museumshof, Spielplätze und die Weher Dinkelwaffeln. Auf die „vorbildliche Innenstadt“ machte in diesem Zusammenhang Bert Honsel aufmerksam.

Auch das geplante Ärztehaus für Rahden ließen die Moderatorinnen während der rund 90-minütigen Veranstaltung nicht außen vor. „Wir müssen Ärzten gute Konditionen bieten, damit sie nach Rahden kommen“, machte Bela Lange deutlich, dass das „Ärztehaus ein richtiger Schritt ist“ – wie Honsel beipflichtete, aber auch darüber hinaus auf potentielle Mediziner zugegangen werden müsse. „Wir müssen noch parallele Ideen umsetzen“, so Honsel weiter und nannte beispielhaft die Möglichkeit, dass Assistenten Außenpraxen führen könnten.

Wie ein roter Faden zog sich der knappe Haushalt der Auestadt durch das kleine Rededuell. „Wir müssen offen mit den Bürgern sprechen“, meinte Honsel, dass Einsparungen ein schwieriges Thema seien. Gleiches gelte für Flüchtlinge, für die laut Honsel die privaten Unterkünfte in Rahden langsam knapp werden. Lange wünschte sich hinsichtlich der Migration eine selbstverständliche Willkommenskultur. „Die Aufgabe sollte zu schaffen sein.“

abo

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