Bauausschuss beschäftigt sich mit Konzentrationszonen und Prüfkriterien

Windkraft steht in Rahden erneut zur Diskussion

+
Die Diskussion um Vorranggebiete für Windräder in Rahden geht weiter. Am Donnerstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Archivfoto: Pröpper

Rahden - Die Stadt Rahden will die Nutzung regenerativer Energien fördern und damit auf kommunaler Ebene einen Beitrag zur Energiewende leisten. Dazu hatte der Rat bereits im Dezember 2013 beschlossen, Konzentrationszonen für Windenergie auszuweisen. Als Grundlage dafür sollte die entsprechende Potentialanalyse dienen. Doch in Rahden gab es Widerstand gegen das Vorhaben und so wird sich der Bauausschuss bei seiner Sitzung am Donnerstag, 10. März, erneut mit dem Thema befassen.

Die Mitglieder kommen um 17 Uhr in der Aula der Rahdener Grundschule zusammen und werden sich als erstes mit der Änderung des Flächennutzungsplanes zur Darstellung der Konzentrationszonen auseinandersetzen. Der Suche nach geeigneten Flächen liegt ein Planungskonzept mit weichen und harten Kriterien zugrunde und soll den „konfliktärmsten Standort“ hervorbringen.

Ursprünglich hatten Gutachter für Rahden sechs mögliche Suchräume erarbeitet, die sich für einen Windpark anbieten würden: Spreenbruch, Tielger Bruch, Filger Bruch, Beekebruch, Nuttelner Bruch und Fledderbruch. Nachdem Bürger, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahmen übermittelt hatten, entfielen der Spreenbruch und der Nuttelner Bruch als Potentialflächen komplett sowie Teilflächen des Beekebruchs und Fledderbruchs.

Mit der reduzierten Flächenkulisse, in der lediglich der Tielger Bruch und der Filger Bruch enthalten waren, sei die Stadt Angaben der Verwaltung zufolge Gefahr gelaufen, „dass der Windenergie im Stadtgebiet nicht in ausreichender Weise Raum gegeben wird“. Daher hatte es eine erneute Überprüfung der weichen Kriterien gegeben, die die Stadt selber festlegt. Im Ergebnis wurden Aspekte wie Naturschutzgebiete gestrichen und zwei neue Suchräume im Weher Fledder und in der Brandheide in Tonnenheide gefunden. Ersterer wurde jedoch nicht ausgewiesen, da die artenschutzrechtlichen Betrachtungen nicht ausreichten.

Unterm Strich werden die Mitglieder des Bauausschusses unter der Leitung von Wilhelm Kopmann daher am Donnerstag über eine Fläche von insgesamt 97,53 Hektar diskutieren, aufgeteilt auf fünf Zonen.

Bei deren Ausweisung muss aus immissionsrechtlichen Gründen auf die Abstände zur Wohnbebauung geachtet werden. In Anlehnung an die „Zweikreisformel“ unterscheiden die Akteure in Rahden bei diesem harten Kriterium zwischen einem Schutzabstand und einem Vorsorgeabstand. Dabei gilt ein Abstandspuffer von 300 Meter.

Ein weiteres Kriterium für die Ausweisung von Windkraftvorranggebieten ist die Einstufung von Wald. Da es aktuell kein eindeutiges Urteil zu dieser Bewertung gibt, werden die Rahdener Waldflächen, die lediglich rund fünf Prozent des Gebiets ausmachen, als hartes Tabu-Kriterium behandelt. Wald käme also für Windkraftanlagen nur in Fragen, wenn an anderer Stelle im Stadtgebiet nicht ausreichende Flächen auszuweisen sind. Dass Wald daher künftig umgenutzt werden könnte, schließt die Verwaltung aus. „Die Stadt möchte den geringen Anteil von Wald erhalten und zur Förderung der Entwicklung des Landschaftsbildes möglichst erhöhen“, heißt es zur Begründung.

Je nach Einstufung erreicht die Stadt Rahden 6,4 Prozent (Wald als weiches Tabukriterium) beziehungsweise 7,1 Prozent (Wald als hartes Kriterium) Fläche des Stadtgebiets, die künftig als Konzentrationszonen genutzt werden könnten. Mit beiden Werten wird der Windkraft in Rahden ausreichend substantieller Raum gegeben, lautet das Urteil von Rechtsanwalt Thomas Tyczewski.

Planungsrechtliches Ziel der Änderung des Flächennutzungsplanes ist laut Beschlussvorlage für den Bauausschuss „die Konzentration von geeigneten Standorten, mit der rechtlichen Folge eines Ausschlusses von Windenergieanlagen im restlichen Stadtgebiet“. Diese Methode soll einer sogenannten Verspargelung der Landschaft entgegen wirken und den Bau einzelner Windkraftanlagen verhindern. Die Konzentrationszonen sollen zudem mehr Planungssicherheit bieten, da alle möglichen Windparkstandorte abschließend und verbindlich festgelegt werden, informiert die Stadtverwaltung.

abo

Mehr zum Thema:

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Ostermarkt in Brunsbrock

Ostermarkt in Brunsbrock

Was jetzt teuer ist - und wo Sie sparen können

Was jetzt teuer ist - und wo Sie sparen können

Meistgelesene Artikel

Auto kippt in Bad Oeynhausen nach Kollision auf die Seite

Auto kippt in Bad Oeynhausen nach Kollision auf die Seite

Lkw-Anhänger mit Spirituosen brennt ab

Lkw-Anhänger mit Spirituosen brennt ab

20-Jähriger befestigt Blaulicht an Auto und wird von Polizisten gestoppt

20-Jähriger befestigt Blaulicht an Auto und wird von Polizisten gestoppt

Auto stößt mit Linienbus zusammen - vier Verletzte

Auto stößt mit Linienbus zusammen - vier Verletzte

Kommentare