Bäume bleiben / Neubauten sollen sich im historischen Kontext einfügen

Altes Feuerwehrgerätehaus weicht Wohnungen

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Das alte Feuerwehrgerätehaus in Rahden wird bald aus dem Stadtbild verschwinden und Platz für neue Wohnflächen bieten. An der Straße Alter Markt plant die Stadt Doppelhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus.

Rahden - Derzeit stehen auf einem Gelände an der Straße Alter Markt in Rahden drei Gebäude auf einer Fläche von 4370 Quadratmeter. Das alte Feuerwehrgerätehaus sowie zwei Häuser sollen abgerissen werden, damit dort zwei Zweifamilienhäuser sowie ein weiterer Gebäudekomplex für sechs Wohneinheiten entstehen können.

Das haben die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses der Stadt am Dienstag beschlossen. Nun sollen der Bebauungsplan sowie der Flächennutzungsplan entsprechend geändert und die Pläne erneut zur öffentlichen Beteiligung ausgelegt werden.

Einmütig nickten die Ausschussmitglieder den Vorschlag der Verwaltung ab, den geänderten Entwurf im Herbst erneut zu veröffentlichen und schließlich mit den Maßnahmen zu beginnen. Vor der Abstimmung hatte Matthias Desmarowitz vom Planungsbüro IPW aus Wallenhorst die Pläne, die in Zusammenarbeit mit Jürgen Reuter vom Amt für Baukultur entstanden sind, im Rathaus präsentiert.

„Die architektonische Qualität wurde auf die innerörtlichen Besonderheiten zugeschnitten“, erklärte der Planer, dass sich die Neubauten in den historischen Kontext an der Straße in der Innenstadt einfügen werden. Daher seien für die Doppelhäuser auch maximal zwei Geschosse vorgesehen.

Für die Sechs-Parteienanlage im südlichen Bereich des Alten Marktes habe man sich entschieden, um „das Baulandpotential auszuschöpfen“, sagte Desmarowitz. Im rückwärtigen Bereich bliebe dann noch Platz für eine lockere Bebauung mit weiteren Doppel- sowie Einzelhäusern.

Da die Fläche als Mischgebiet ausgewiesen ist, eröffne sich laut Desmarowitz „ein breites Nutzungsspektrum“. Laut Bauplanungsrecht werden so Gebiete bezeichnet, in denen Wohnen und die Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören, möglich ist. Lediglich Tankstellen und Vergnügungsbetriebe seien in diesem Bereich Rahdens ausgeschlossen, berichtete Desmarowitz den Ausschussmitgliedern. So seien auch Garagen möglich.

Dass Investoren bereits Interesse gezeigt hätten, verriet Dieter Drunagel. Dem Bauamtsleiter zufolge soll es diesbezüglich eine Ausschreibung in Form eines sogenannten Interessenbekundungsverfahrens geben. Ein Wettbewerb sei zu teuer, erklärte Drunagel.

Da der Bebauungs- und Flächennutzungsplan in einem beschleunigten Verfahren angefertigt werden, entfalle ein ausführlicher Umweltbericht, betonte Desmarowitz. Dennoch müssten Naturschutzaspekte berücksichtigt werden. Bereits in der Vergangenheit hatte es aufgrund alter Baumbestände rege Diskussionen um die Nutzung der Fläche rund um das alte Feuerwehrgerätehaus gegeben. Laut den nun angestrebten Plänen sollen aber die mehr als 200 Jahre alte Eiche sowie die Blutbuchen und eine Birke erhalten bleiben. Auch der Heckenweg bleibt als Verbindung zu den Bereichen im Nordosten, antwortete der Ingenieur auf die Frage von Ortsheimatpfleger Claus-Dieter Brüning (SPD).

abo

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