Stemweder gesteht drei Taten vor Gericht

Auto mehrfach ohne Führerschein genutzt

Rahden / Stemwede - Er wollte helfen, indem er seinem Kollegen ein Auto kaufte, nachdem dieser einen Unfall gehabt und ihn stets gefahren hatte. Doch am Ende nutzte ein 40-jähriger Stemweder den Nissan selbst, obwohl er nie einen Führerschein besessen hat, und wurde bei den Fahrten von der Polizei erwischt. Jetzt wurde sich der Arbeitslose vor dem Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe und Arbeitsstunden verurteilt.

„Wir wollen nichts beschönigen“, erklärte der Verteidiger des Angeklagten, der die drei angezeigten Fahrten ohne Führerschein einräumte. „Ich bin öfters kurze Strecken zum Einkaufen gefahren“, erklärte der Mann und ergänzte: „Das waren immer nur ländliche Straßen.“ Zudem habe er in der Vergangenheit angefangen, für die Führerscheinprüfung zu lernen. Aufgrund von Lerndefiziten sei er aber gescheitert, schilderte der Mann.

Das Vermieterehepaar hatte die Fahrten des 40-Jährigen dokumentiert und war auch als Zeugen geladen. Eine Aussage befanden die Juristen aber nicht für nötig, da der Angeklagte seine Schuld bereits gestanden hatte. Inzwischen ist der Mann verzogen.

Die Liste der Vorstrafen des 40-Jährigen war lang. So zahlt er aktuell noch eine Strafe ab, die er auferlegt bekommen hatte für eine Fahrt mit einem frisierten Mofa im vergangenen Herbst. Weiter verlas Richter Schnasse folgende Delikte: Erwerb von Betäubungsmitteln, fahrlässige Trunkenheit im Straßenverkehr sowie mehrere Fahrten ohne Führerschein. „Trotz Sanktionen sind Sie der Versuchung erlegen, sich hinter das Steuer zu setzen“, mahnte Schnasse. „So kann es auf Dauer nicht weitergehen.“

Eine „allerletzte Bewährungschance“

Aufgrund der „hohen Rückfallgeschwindigkeit“ plädierte die Staatsanwaltschaft für eine Freiheitsstrafe von insgesamt sechs Monaten und sah eine „allerletzte Bewährungschance“ für angebracht. „Bei weiteren Vergehen ist der Ofen aus“, machte die Juristin dem Angeklagten klar. Zudem forderte sie 100 Stunden Arbeitsauflage und eine 15-monatige Sperre für den Führerscheinerwerb.

Der Verteidiger des Stemweders lenkte den Blick auf die „positiven Überlegungen für die Zukunft“, denn der 40-Jährige habe mit seinem Umzug den ersten Schritt in ein neues Leben unternommen. „Wenn Sie wirklich was aus Ihrem Leben machen wollen, sollten Sie künftig nicht mehr ohne Führerschein fahren“, gab er seinem Mandanten mit auf den Weg. Langfristig solle er einen neuen Weg betrachten. Da er schon mit dem Sparen für die medizinisch-psychologische Untersuchung begonnen habe, sei die richtige Richtung bereits eingeschlagen.

Wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilte Richter Schnasse den Stemweder zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe, drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Neben der 15-monatigen Sperre für den Führerschein entschied der Richter auf 125 Stunden gemeinnützige Arbeit und stellte dem Angeklagten einen Bewährungshelfer zur Seite. 

abo

Rubriklistenbild: © dpa

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