Gemeinsamer Standort für Bürgermeister Honsel einzige Möglichkeit

Außenbereich lässt wenig Alternativen für Gerätehaus

Dieter Drunagel informiert über die Schwierigkeiten bei der Standortsuche für das neue gemeinsame Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppen Varl und Sielhorst.  - Foto: Russ

Rahden - Die Bedenken einiger Varler Feuerwehrleute nahmen die Rahdener Ratsfrauen und -herren durchaus ernst, ihre Entscheidung für das neue Feuerwehrgerätehaus am Standort Lemförder Straße in Kleinendorf fiel am Donnerstagabend dennoch eindeutig aus. Grund für die große Einmütigkeit – nur die Varler Günter Meyer (SPD), Werner Bredenkötter und Dagmar Nolte (beide CDU) votierten dagegen – war nicht zuletzt die fehlende Alternative.

Vier Jahre hat die Verwaltung nach einem Standort für das gemeinsame Haus der Löschgruppen Varl und Sielhorst gesucht, Gespräche mit Kreis, Bezirksregierung und Grundstückseigentümern geführt. Von acht ins Auge gefassten Standorten blieb nur die Lemförder Straße. Die Begründung für die Nichteignung der anderen sieben legte Bauamtsleiter Dieter Drunagel während der Ratssitzung noch einmal ausführlich dar. Die Grundproblematik brachte später Friedrich Schepsmeier (SPD) auf den Punkt: „Wenn man zwischen Sielhorst und Varl mit einem Zirkel die Mitte ermittelt, landet man zwangsläufig im Außenbereich.“ Und dort herrscht eingeschränktes Baurecht. Zwar erlaubt die Bezirksregierung Infrastrukturmaßnahmen, deren Definition ist aber sehr eng und umfasst laut Drunagel keine Feuerwehrgerätehäuser.

Möglich waren letztendlich nur zwei Grundstücke. Für den favorisierten Standort an der Varler Straße neben dem „Xantis“ wäre eine Änderung der Außenbereichssatzung problemlos möglich gewesen, der Grundstückseigentümer war allerdings nicht zu einem Verkauf zu bewegen. So blieb der Standort Lemförder Straße, an dem es bereits eine „Bebauung von einigem Gewicht“ gibt.

„Es ist sehr bedauerlich, dass wir erst heute, wo wir entscheiden sollen, so ausführliche Informationen bekommen“, beklagte Günter Meyer nach den Ausführungen Drunagels. Die hätte er sich schon früher gewünscht. Diese Kritik wollte Ordnungsamtsleiter Uwe Trentelmann so nicht stehen lassen. Schon im November 2014 habe die Verwaltung im Feuerwehrausschuss ausführlich über sechs Standorte informiert. Die anderen beiden standen seinerzeit noch nicht zur Diskussion.

Auch Bürgermeister Honsel hatte sich als eine seiner ersten Amtshandlungen um Vermittlung bemüht und mit beiden Löschgruppen Gespräche geführt. Die Sielhorster können sich mit dem neuen Standort identifizieren, weshalb auch deren Ortsvorsteher Wilhelm Kopmann (CDU) um ein positives Votum bat. An dieser Stelle lasse sich eine starke Wehr für den Westen Rahdens aufbauen. Einige Varler blieben allerdings skeptisch.

Das Thema Feuerwehr ist Honsel aus seiner Zeit in der Kreisverwaltung bestens vertraut. Seit 2003 hatte er dort mit Feuerwehren zu tun. „Für mich war klar, es muss ein gemeinsamer Standort sein“, sagte er vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und zunehmenden Problemen bei der Tagesverfügbarkeit. Nur so könne man die Einsatzfahrzeuge auf lange Sicht so besetzen, dass eine Brandbekämpfung sinnvoll möglich sei.

Während die Mehrheit der Ratsmitglieder und die Feuerwehrführung Honsels Auffassung teilen, wollte Günter Meyer sich noch nicht so recht von der Vorstellung zweier Gerätehäuser lösen. „Ich bin überzeugt, wenn wir zwei Gerätehäuser bauen, werden sie nicht unbedingt teurer als 900 000 Euro. Es könnte sogar billiger werden“, mutmaßte er. Laut Meyer gäbe es jemanden in Varl, der ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen würde. Die Verwaltung geht von 900 000 Euro Kosten für ein gemeinsames Haus und für rund 1,1 Millionen Euro für zwei Häuser aus. Außer Acht ließ Meyer bei seinen Überlegungen allerdings die rückläufige Zahl der Feuerwehrleute.

Ob die 13 Varler Wehrleute nach dem Ratsvotum tatsächlich wie angekündigt austreten, bleibt abzuwarten. Einen Tag nach der Sitzung gingen jedenfalls noch keine „Kündigungen“ bei Wehrführer Mark Ruhnau ein. Am Sonntag werde er sich mit der Löschgruppe zusammensetzen. Danach werde man weitersehen, sagte er gestern auf Nachfrage.

Die Sicherheit der Varler Bürger wäre laut Ruhnau allerdings auch bei mehreren Austritten gesichert. Der Rahdener Löschzug rückt bei größeren Einsätzen ohnehin schon jetzt mit aus, auch aus den Nachbarkommunen Stemwede und Espelkamp käme im Ernstfall Hilfe.

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