Ausnahmezustand im Stiftsort:

Land unter in Levern

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Ein Boot lag am Montag neben dem Fahrradweg an der Schröttinghauser Straße (L767) in Levern. Das angrenzende Feld stand noch unter Wasser und auch sonst herrschte im Stiftsort noch der Ausnahmezustand.

Stemwede/Espelkamp - Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter Regen sind am Sonntag in Teilen Stemwedes runtergegangen und haben rund 120 Feuerwehreinsätze zur Folge gehabt. Besonders schlimm war Levern betroffen.

Dort liefen unzählige Keller sowie die Turnhalle der Grundschule voll mit Wasser, das Dach eines Lagers beim Feinkost-Importeur Rila stürzte ein und das Königsschießen der Leverner Schützen musste abgesagt werden. In Espelkamp war die Feuerwehr bereits am Nachmittag im Einsatz, in Rahden blieb alles ruhig.

Die Feuerwehr Stemwede war mit rund 300 Mitgliedern der Einheiten Dielingen, Drohne, Haldem, Arrenkamp, Westrup, Wehdem, Oppendorf, Oppenwehe, Sundern, Levern, Niedermehnen, Twiehausen und Destel bis in die späten Abendstunden beschäftigt. Die Löschgruppe Frotheim unter der Leitung des stellvertretenden Wehrführers Jörn Stratmann-Sablotny sowie die Kameraden aus Lübbecke leisteten Hilfe in der Nachbargemeinde.

Zwar kam es aufgrund des ergiebigen Starkregens im Stadtgebiet Rahden zu keinen Einsätzen für die Feuerwehr, dennoch rückte der erste Zug mit dem Löschzug Rahden sowie den Löschgruppen Tonnenheide und Varl zur „überörtlichen Hilfe“ aus. Wie Rahdens Feuerwehrpressesprecher Andreas Berg mitteilte, unterstützten sie die Stemweder Feuerwehrkräfte bei der Vielzahl ihrer Einsätze. Ausgerückt war der erste Zug der Feuerwehr Rahden mit 53 Feuerwehrmitgliedern. Zur örtlichen Einsatzleitung, die am Sonntag in Twiehausen eingerichtet wurde, gehörten auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Gemeinde sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Podschadly (Hüllhorst).

Der Einsatzschwerpunkt lag in Stemwede in Levern. Laut Gemeindebrandmeister Joachim Lübke kam es zwischen 19 und 23 Uhr zu den meisten Vorfällen. Dort wurden die Feuerwehrkräfte mit folgendem Szenario konfrontiert: Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, übervolle Flüsse und ein Schießstand, in dem das Wasser so hoch stand, dass der Schützenverein sein Königsschießen absagen musste. Die Schützen wollten in einer Versammlung entscheiden, wann der Wettbewerb nachgeholt werden soll.

„Die Leverner Straße glich einem Wildwasser-Bach. Die Pumpen der Feuerwehr liefen die ganze Nacht“, berichteten Anwohner des Stiftsortes auf der Internetseite des Leverner Dorfgesprächs. Rund 1500 Sandsäcke hatten die Mitglieder des Technischen Hilfswerks zur Sicherheit gefüllt und damit unter anderem das Rathaus gesichert. Gullideckel schwammen zeitweise auf den Straßen, weil die Regenmassen für die Kanalisation zu groß waren. Felder und Wiesen in und um Levern glichen einer Seenlandschaft und auch auf den Straßen sammelte sich so viel Wasser, dass riesige Fontänen spritzten, sobald ein Auto durch die überdimensionalen Pfützen fuhr.

Beim heimischen Unternehmen Rila hielt das Dach einer Produktionshalle dem Gewicht der Wassermassen nicht stand und stürzte ein. Außerdem wurde das Hochregallager geflutet. Dort war Wasser durch die Tore eingedrungen, berichtet Gemeindebrandmeister Lübke.

Am Montag waren viele in Levern mit Aufräumen und Reinigen beschäftigt. Auch die Mitglieder der Löschgruppe mussten noch fünf Mal ausrücken und beim Kampf gegen die Wassermassen helfen, so Joachim Lübke. Das gesamte Ausmaß der Unwetterschäden wird sich erst in den kommenden Tagen offenbaren.

Nicht ganz so schlimm war die Lage in Espelkamp. Wie Feuerwehr-Pressesprecher Volker Dau berichtet, habe es dort insbesondere Fiestel getroffen. Heftige Niederschläge bis in die späten Abendstunden ließen die Keller voll laufen. „Die Kanalisation konnte die Wassermengen nicht so schnell abführen. Teilweise lief das Regenwasser durch Kellerfenster in die Gebäude“, so Dau. Die Feuerwehr musste in den Straßen Ringstraße, Alhardstraße, Gewerbestraße, Azaleenring und Gabelhorst ihre Pumpen einsetzen und Kellereingänge mit Sandsäcken schützen. Die Espelkamper Wehr war unter der Leitung von Wehrführer Reiner Hußmann mit 38 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen des Zuges Mitte und der Löschgruppen Gestringen und Fabbenstedt im Einsatz. Gegen 20.30 Uhr rückten die Wehrleute nach etwa vier Stunden wieder ab.

abo/hm

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