Auftakt der Infoveranstaltungen zum Wirtschaftswegekonzept in Sielhorst

Viele Fragen bleiben offen

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Zahlreiche Bürger waren ins Dorfgemeinschaftshaus nach Sielhorst gekommen, um sich über das Wirtschaftswegekonzept von Marcel Rottmann (vorn) zu informieren.

Sielhorst - Auch wenn Bauamtsleiter Dieter Drunagel am Montagabend immer wieder betonte, dass kein Anliegen bezüglich des Wirtschaftswegekonzepts ungeachtet bleiben würde, so blieben viele Fragen unbeantwortet. Denn spezielle Aussagen zum Konzept in Sielhorst hatten die Anwesenden vergeblich erwartet und auch zu den Kosten gab es keine Hinweise.

Zum Auftakt der Infoveranstaltungen in den Ortschaften, die laut Drunagel dazu dienen, den Vorentwurf des vom Planungsbüro Bockermann und Fritze erarbeiteten Wirtschaftswegekonzepts vorzustellen, waren die Sielhorster eingeladen worden. Diplom-Ingenieur Marcel Rottmann stellte ihnen das Konzept vor.

Darin machte er deutlich, dass die Straßen nicht mehr den Anforderungen des Verkehrsaufkommens entsprächen und schwere Fahrzeuge die Straßen kaputt machten. „Alles wird immer auf die Landwirte geschoben“, kritisierte Jutta Pelzer im Verlauf der Diskussion. Man solle darüber nachdenken, dass andere Fahrzeuge ebenfalls die Straßen nutzten, so die Sielhorsterin. Sie meinte, dass mit den Entwürfen „die Ortschaft gegeneinander aufgebracht wird“. Trotz einiger emotionaler Beiträge bewertete Drunagel die Diskussion im Rückblick als sachlich.

Dabei fehlten den Bürgern jedoch Details. „Wir können nicht jeden einzelnen Weg vorstellen“, sagte Drunagel. Vielmehr solle die Systematik deutlich gemacht werden, um den Meinungsbildungsprozess anzustoßen. Aktuell gebe es kein Straßenausbauprogramm, unterstrich er. „Aber wir müssen wissen, was auf uns zukommt“, hakte Gerd Steinkamp vermehrt, aber ergebnislos nach. Die Akteure lernten daraus und teilten gestern mit, dass sie bei den kommenden Terminen „ortsbezogene Beispiele vorgetragen werden“.

„Wir sind sehr verwöhnt, was unsere Wege angeht“, meinte Sielhorsts Ortsvorsteher Wilhelm Kopmann, da dort nahezu jeder Acker auf einer befestigten Straße zu erreichen sei. „Das können wir nicht mehr leisten“, so Kopmann – es fehlten Zuschüsse. „Vor Ort sind wir mit unseren Problemen allein“, erklärte der Ortsvorsteher und erinnerte daran, dass jährlich 230000 Euro in die Straßen fließen.

Im Konzept sind die Wirtschaftswege nach einer Rangordnung klassifiziert, anhand derer überlegt werden müsse, welche Wege erhalten bleiben sollen, erklärte Rottmann. Beispielhaft nannte er die B239 als Hauptweg für den Durchgangsverkehr. Ferner gebe es Landes- und Stadtstraßen und abschließend die Wirtschaftswege. Auch wenn diese laut Rottmann mit einer Länge von 31 Kilometern den Schwerpunkt in Sielhorst bilden, so gab er keine Ansätze für das weitere Vorgehen.

„Transparenz vor Schnelligkeit“ lautet das Motto für Drunagel und Rahdens Bürgermeister Bernd Hachmann fügte hinzu, dass es sich um einen „ergebnisoffenen Prozess“ handle und „ein vernünftiges Ergebnis dauert“. „Es ist noch nichts entschieden“, so Hachmann. Entschieden ist auch noch nicht, wie die Finanzierung aussehen soll. Denn viele Anlieger befürchten, dass sie „zur Kasse gebeten werden“. „So weit sind wir noch nicht. Über die Kosten werden wir in einem zweiten Schritt nachdenken“, informierte Kopmann. So werde geprüft, ob ein Wirtschaftswegeverband möglich ist, sagte Ludger Ellers vom Bauamt.

„Wir sind auf Infos der Bürger angewiesen“, forderte Dieter Drunagel dazu auf, Stellungnahmen an die Verwaltung zu schicken. „Sie können sich konstruktiv für Ihren Bereich einbringen“, meinte der Bauamtsleiter. Bis September nimmt das Bauamt Anregungen entgegen. Diese fließen in die weitere Bearbeitung. Einen Vorschlag lieferte Willi Windhorst bei der Versammlung: „Geschwindigkeitsbeschränkungen können Entlastung bringen“, so der engagierte Bürger.

Die letzte Entscheidung, wie es mit den Straßen weitergeht, fällt in den politischen Gremien, machte Drunagel deutlich. Die Pläne, auf denen auch Biogasanlagen, Gaststätten, Radwege und Denkmäler aufgeführt sind, sind auf der Homepage der Stadt und im Rathaus zu finden.

abo

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