Arbeitskreis Asyl tagt in „großer Runde“ / Bert Honsel wird neuer Schirmherr

„Flüchtlingsarbeit braucht Kompetenz“

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Bürgermeister Bernd Hachmann (M.) und sein Nachfolger, Dr. Bert Honsel (l.), im Gespräch mit Uwe Trentelmann.

Rahden - Ein Spendenkonto, die Schaffung einer „Integrationslotsen“-Stelle, ein Einsatz von Langzeitarbeitslosen sowie Fortbildungsreihen und Supervisionen für die ehrenamtlichen Helfer gehörten zu den Vorschlägen und Ideen, die am Dienstagabend im Rahdener Rathaus in den Raum gestellt wurden. Hier trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Integration/Asyl in „großer Runde“ mit Vertretern der Fraktionen und der Kirchen. Darunter auch Dr. Bert Honsel, der ab 21. Oktober nicht „nur“ neuer Bürgermeister, sondern auch neuer Schirmherr des Arbeitskreises Integration/Asyl sein wird.

Die Zahl der angekündigten Asylbewerber steigt stetig. Nicht nur deutschlandweit, sondern auch in der Region. In Rahden beläuft sich die Summe für 2015 aktuell auf 186 Personen, wie Uwe Trentelmann vom Amt für Ordnung und Soziales informierte. Das größte Problem sei die Wohnraumsuche. „Jetzt wird‘s knapp“, sagte Trentelmann. Wer einen Tipp in Sachen Wohnung oder Haus habe, der solle sich gerne melden. Die Stadt wäre auch bereit, eine Immobilie zu kaufen.

Um der „Flut“ an Menschen gerecht werden zu können, sei nun neben personeller Verstärkung ein Krisenstab eingerichtet worden, berichtete der amtierende Bürgermeister Bernd Hachmann und Wolfgang Filbert vom Präventionsrat Rahden ergänzte: „Ehrenamt hat auch seine Grenzen.“ Hannelore Kühnen bestätigte dies: Sowohl die Anzahl als auch die Dauer der angebotenen Deutschkurse müsste deutlich erhöht werden. Zudem sei es sinnvoll, für Flüchtlingskinder an den Schulen zusätzlichen Deutschunterricht anzubieten, doch dafür habe man momentan einfach keine Kapazität.

Wolfgang Filbert betonte sinngemäß, dass es nicht allein reiche, offen und herzlich zu sein. Die Integration der Flüchtlinge sei ein Thema, das sich über mehrere Jahrzehnte hinziehen dürfte. Die Zahl der Personen wird sich, sobald die Familien nachkommen, zudem verdreifachen, gab er zu bedenken. Über Themen wie Arbeit, Geld und Wohnungsmarkt müsse daher offen und auf professioneller Ebene diskutiert werden, bevor sich die Ängste der Bevölkerung in rechtes Gedankengut verkehrten.

Dieser Aufgabe kam der Arbeitskreis am Dienstagabend vorbildlich nach. Angesprochen wurden auf Filberts Initiative hin Themen wie ein Spendenkonto und der Einsatz eines „Integrationslotsen“, der als Vermittler zwischen den verschiedenen Helfern fungieren könnte. Außerdem wurde über eine „Ehrenamtskarte“ gesprochen, welche Bert Honsel auch schon in seinem Wahlprogramm aufgegriffen hatte.

Flüchtlingsarbeit brauche Kompetenz, unterstrich Wolfang Filbert und schlug vor, regelmäßige Fortbildungsreihen für die ehren-amtlichen Helfer einzurichten. Mit Themen wie Bürokratie und Gesetzgebung, Familienzusammenführung oder auch dem Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen sei man als Laie schnell überfordert. Auch ein Supervisions-Angebot, also emotionale Betreuung und Reflexionsmöglichkeiten für „die Kümmerer“, lag Filbert „sehr am Herzen“.

Darüber hinaus griff er einen Vorschlag von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf, nach dem Langzeitarbeitslose in entsprechende Ämter eingesetzt werden sollen. In Rahden könnte ein solches Modell zum Beispiel bei der Betreuung und Organisation der Fahrradwerkstatt eine Überlegung wert sein, so der Denkansatz.

mama

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