Arbeitskreis Asyl und Kirchengemeinde unterstützen Asylbewerber

„Wir brauchen Kümmerer“

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Viele Helfer ziehen an einem Strang: Im „YMCA Café International“ im Gemeindehaus laufen die Fäden zusammen.

Rahden - Sie mussten aus ihrer Heimat fliehen, Familie, Freunde und Besitz zurücklassen. In Deutschland angekommen, stehen die Flüchtlinge vor weiteren Herausforderungen. In Rahden ist das Amt für Ordnung und Soziales erster Anlaufpunkt für die Asylbewerber. Die Mitarbeiter sorgen für die Unterbringung, können sich aber nicht um alle Alltagsprobleme kümmern. Hier springt die Arbeitsgruppe Asyl des Präventionsrats Rahden ein.

Die ehrenamtlichen „Kümmerer“ sind in allen Lebenslagen zur Stelle. Sie helfen bei Behördengängen und beim Einkaufen, reparieren Fahrräder und lehren die Asylbewerber die deutsche Sprache. Und sie sind nicht allein: Unterstützung bekommen sie von der evangelischen Kirchengemeinde Rahden, die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und über Jugendreferent Oliver Nickel und Christina Zimmermann im Jugendkeller des Gemeindehauses mit dem „YMCA Café International“ immer dienstags einen offenen Treff anbietet. „Wir sind sehr froh, dass wir diese Räume haben und dass Oliver Nickel und seine Gruppe uns unterstützen“, sagt Wolfgang Filbert vom Präventionsrat.

Das Café hat sich inzwischen zu einer wichtigen Kontaktbörse für die Asylbewerber entwickelt. Egal welche Fragen sie haben, hier gibt es immer jemanden, der helfen oder Hilfe vermitteln kann. Und es ist ein Ort, an dem die Asylbewerber mit Menschen, die das gleiche Schicksal erleiden, zusammenkommen, sich austauschen oder beim Billard oder Tischtennis etwas abschalten können.

Das Thema Integration ist für den Präventionsrat nicht neu. So ist etwa das „Multi-Kulti-Kochen“ in Kooperation mit den Landfrauen seit der Gründung 2007 ein fester Bestandteil der Arbeit des Präventionsrates. Der Arbeitskreis Asyl setzt nun seit etwa einem Jahr einen zweiten Schwerpunkt.

Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Kirchengemeinde funktioniere einwandfrei, lobt Filbert. Ordnungsamtsmitarbeiter Michael Duffe gibt das Lob zurück. „Wir freuen uns sehr, dass sich die Gruppe gegründet hat. Diese Betreuung könnten wir alleine nicht leisten.“

Inzwischen haben die Ehrenamtlichen alle Hände voll zu tun, denn die Arbeitsgruppe hat eine ganze Reihe von Hilfsangeboten entwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt sind die sieben intensiven Deutschkurse, die von 30 bis 40 Flüchtlingen besucht werden. Jeweils ein Kursus werde von der Gemeinde bibeltreuer Christen und der Christusgemeinde Rahden betreut, spricht Nickel die umfassende Kooperation an, über die sich auch Wolfgang Adam vom Präventionsrat freut. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fahrradwerkstatt, in der unter fachkundiger Anleitung von Jürgen Jakob alte Fahrräder wieder flott gemacht werden, um den Asylbewerbern wenigstens ein gewisses Maß an Mobilität zu ermöglichen.

„Wir brauchen noch mehr Kümmerer“, hoffen Helga Filbert und Wolfgang Adam auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Arbeitsgruppe Asyl trifft sich monatlich, das nächste Mal am Dienstag, 26. Mai, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus. Wer die Gruppe unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen. Es wird um Anmeldung gebeten bei Oliver Nickel (05771/3650), Christina Zimmermann (05771/5736), Dr. Wolfgang Adam (05771/ 4420) oder Helga Filbert (05775/1513).

mer

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