Annika Beeke recherchiert für ihre Masterarbeit über das Leverner Schwefelbad

Neue Ideen für altes Heilbadgebäude

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Die natürlich vorkommenden schwefelhaltigen Quellen machten Levern bis in die 50er-Jahre zu einem Kurort. In einer von der Gemeinde Stemwede in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie wurde zwar festgestellt, dass es möglich ist, den Kurbetrieb wieder aufleben zu lassen, Investoren fehlen aber bislang.

Levern - Von Anika Bokelmann. Schwefelquellwasser – ein Schatz der Natur – versickert in Levern in der Erde. Und das alles nur, weil das ehemalige Schwefelbad Meyerhof nicht mehr genutzt wird. Ein Aufleben der Einrichtung und Nutzung der Schwefelquellen war bislang an fehlenden Investoren gescheitert. Für ihre Masterarbeit hat sich Annika Beeke nun ausführlich mit dem Heilbad Meyerhof beschäftigt. Obwohl es sich um zunächst ausschließlich fiktive Pläne handelt, hofft die junge Frau, dass ihre Erkenntnisse einen Anstoß für Interessenten geben können.

Unter dem Titel „Neue Chancen für das Heilbad durch Nutzung der natürlich vorhandenen Ressourcen“ hatte Beeke im Frühjahr für etwa drei Wochen eine Umfrage ins Internet gestellt. Damit wollte die 26-jährige Stemwederin herausfinden, ob die Menschen überhaupt von der Existenz des Heilbades und der Wirkung von Schwefel in der Medizin (siehe Infokasten) wissen.

„Das Gebäude steht weitestgehend ungenutzt da und verfällt“, bedauert Annika Beeke, dass das Heilbad nicht mehr im ursprünglichen Sinne genutzt wird. „Ich wollte auch herausfinden, wie sich die Befragten die Zukunft des Bads vorstellen können und ob überhaupt ein Interesse an einer Reaktivierung besteht“, sagt die junge Frau.

535 Personen haben sich an der Online-Umfrage beteiligt und Beeke damit bei ihrer Masterarbeit für den Studiengang Architektur und Umwelt, den sie als Fernstudium an der Hochschule in Wismar neben ihrem Job in einem Architekturbüro in Pr. Oldendorf absolviert, unterstützt. „Das Ergebnis war durchaus positiv“, berichtet Beeke.

Von 16 bis 79 Jahren waren nahezu alle Altersgruppen vertreten – „natürlich waren die Quellen und das Bad bei den Älteren bekannter. Sie haben es ja auch noch in Betrieb erlebt“, fasst die Studentin zusammen. Insgesamt kannten 63 Prozent der Teilnehmer die Quellen. Viele wussten zudem um die heilende Wirkung von Schwefel.

65 Prozent der Teilnehmer glauben an eine Reaktivierung des Heilbades und sogar 77 Prozent können sich vorstellen, für einen längeren Zeitraum in Levern zu verweilen, um die Kraft der Schwefelquellen zu nutzen. „Für den Tourismus wäre das eine große Chance“, schlussfolgert Annika Beeke. So würden nicht nur die Gastronomen und der Einzelhandel, sondern beispielsweise auch der Wohnmobilstellplatz in der Nähe von Rila profitieren. Eine weitere Option für die 26-Jährige wäre, das Sportangebot in Levern auszuweiten und so den Besuchern des Heilbades ein umfassendes Erholungsangebot zu bieten.

Im Rahmen ihrer Ausarbeitung entwickelt die Verfasserin nun verschiedene Nutzungsmöglichkeiten des alten Heilbadgebäudes und die unmittelbare Umgebung. „Die Kosten, die mit der ein oder anderen möglichen Nutzung entstehen würden, würden der Realisiierung vermutlich im Wege stehen“, weiß Annika Beeke, denn ihr größtmöglicher Entwurf umfasst den Neubau einer Therme zur Nutzung der Quellwässer und den Umbau des alten Heilbades zum Wellness- und Fitnesshaus mit angeschlossenem Saunagarten.

„Die wirtschaftlichen Aspekte stehen bei meiner Arbeit aber im Hintergrund.“ Die Hauptsache ist Beeke zufolge, dass die Schwefelquellen und das alte Badehaus überhaupt wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und nicht weiter dem Verfall ausgesetzt sind.

Zum Jahresende muss Annika Beeke ihre Masterarbeit abgeben. Unabhängig davon, wie die Professoren ihre Ausführungen bewerten, erhofft sich die Stemwederin einen positiven Effekt für Levern. „Vielleicht finden sich doch Interessenten, die das Heilbad wieder aufleben lassen wollen“, sagt Beeke abschließend.

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