Angeklagter vor Bielefelder Landgericht geständig / Unterbringung im Entzug

Viereinhalb Jahre für Tankstellen-Raub

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Mediengruppe Kreiszeitung

Bielefeld/Espelkamp/Rahden - Von Nils Middelhauve. Gleich zweimal wurde dieselbe Tankstelle in Rahden binnen weniger Wochen der Tatort eines Raubüberfalls: Im Dezember 2014 sowie im Februar dieses Jahres überfiel ein drogenabhängiger Mann aus Espelkamp die dort tätigen Angestellten und erbeutete Bargeld, Zigaretten und eine Getränkedose. Das Bielefelder Landgericht verurteilte den geständigen Täter gestern wegen schwerer räuberischer Erpressung sowie schweren Raubs zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren.

Der 34-jährige Angeklagte ist seit Jahren alkohol- und drogenabhängig. Am 23. Dezember kam er an einer an der Lemförder Straße in Rahden gelegenen Tankstelle vorbei. Spontan fasste er den Entschluss, sich dort Bargeld für Drogen und Alkohol zu beschaffen. Er begab sich zur Angestellten und gab vor, Zigaretten kaufen zu wollen. Als sich die Frau zum Regal umdrehte, zog der Mann eine – funktionsunfähige – Schreckschusspistole aus der Kleidung und richtete diese auf sein Gegenüber. Er forderte die Angestellte auf, Ruhe zu bewahren und ihm Bargeld auszuhändigen. Die Frau gab ihm 200 Euro aus der Kasse, mit denen der Angeklagte nebst zwei Schachteln Zigaretten die Tankstelle verließ.

Am 1. Februar beging der Espelkamper bei derselben Tankstelle wieder einen Überfall nach gleichem Muster: Er stellte eine Getränkedose auf den Tresen, fragte nach Zigaretten und bedrohte die Angestellte mit der Schreckschusspistole. Er forderte „Geld her, schnell“, doch hatte er diesmal zu dilettantisch gehandelt: Die Frau erkannte den Unmaskierten sowohl als Kunden als auch als den Täter des ersten Überfalls wieder und weigerte sich, ihm Geld auszuhändigen. Mit zwei Schachteln Zigaretten sowie der Getränkedose floh der Angeklagte.

In der gestrigen Verhandlung vor der II. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts legte er ein umfassendes Geständnis ab. In seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung sagte der vorbestrafte Angeklagte: „Das war bescheuert, es tut mir leid.“

Die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Georg Zimmermann folgte dem Antrag von Staatsanwältin Sabine Schröder und verurteilte den Mann zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren. Neben der Gefängnisstrafe ordnete das Gericht die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt an.

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