Angeklagter ist für Arbeitsweg auf Auto angewiesen / Unfall an Kreuzung

Führerscheinentzug als Denkzettel

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden - Dem Wunsch des Angeklagten, den Führerscheinentzug zu Gunsten einer höheren Geldstrafe aufzuheben, kam das Rahdener Gericht nicht nach. Das Ergebnis: Ein einmonatiges Fahrverbot und eine Geldstrafe von 750 Euro für einen Unfall, bei dem der Angeklagte eine Ampel missachtet und mit einem Lastwagen ein anderes Fahrzeug gerammt hatte.

Im Februar hatte der Angeklagte am Abend an der B239 in Rahden Gas gegeben, um eine Ampel, die bereits Gelblicht zeigte, zu überqueren. Dabei kam es zur Kollision mit einem Mazda. Deren Insassin zog sich Schürfwunden und Prellungen zu. Sie stellte aber keinen Strafantrag. „Es tut mir leid“, räumte der 50-jährige Lastwagenfahrer seine Schuld ein.

Er sei für seinen Arbeitsweg auf das Auto angewiesen, unterstrich der 50-Jährige mehrmals. Er habe die Stelle erst im Mai angetreten, berichtete er. Die Arbeit, bei der der zweifache Familienvater in der Warenannahme tätig ist, sei rund 18 Kilometer von seinem Haus entfernt, ein Bus fahre erst im nächsten Ort. „Ich zahle lieber länger“, schlug der Angeklagte vor, da er sonst nicht wisse, wie er den Weg zurücklegen solle.

„Für einen Monat müssen Sie sich eine Lösung überlegen“, erklärte die Staatsanwältin und schlug Fahrgemeinschaften oder das Rad vor. „Der Führerscheinentzug ist mit Schwierigkeiten verbunden. Das dürfte ein Denkzettel sein“, meinte Richter Hagenkötter.

Auf den Kompromiss ließ sich die Staatsanwältin auch nicht ein, weil es sich um „einen schweren Verkehrsverstoß handelt“. „Da hätte viel mehr passieren können“, mahnte sie. Zudem lagen dem Gericht bereits diverse Vorstrafen für den Angeklagten vor. „Ich habe mir andauernd Punkte eingefangen“, gab er zu, wies aber darauf hin, dass dies immer mit dem Lastwagen bei der Arbeit passiert sei. Daher habe er mit seiner Frau vereinbart, dass er nicht mehr als Lastwagenfahrer arbeiten werde.

„Das war wohl nicht Ihr Jahr“, kommentierte Richter Hagenkötter die Verstöße: Nachdem der 50-Jährige bereits vor einigen Jahren zweimal den Führerschein hatte abgegeben müssen, kamen im vergangen Jahr diverse Geschwindigkeitsüberschreitungen hinzu. Auch den Mindestabstand hatte der Angeklagte nicht so genau genommen und sich dafür ein Bußgeld eingefangen.

Neben dem Fahrverbot plädierte die Staatsanwältin nun für 30 Tagessätze zu 25 Euro. „Das ist angemessen“, so ihre Begründung. „Das Gefühl, es vielleicht noch zu schaffen, kennt jeder Autofahrer“, erklärte Richter Hagenkötter abschließend. Manchmal gelinge das, manchmal eben nicht. „Wenn die Ampel umspringt, sollte man immer die Bremse treten“, mahnte er abschließend.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, innerhalb einer Woche kann der Angeklagte noch Revision einlegen. Das Fahrverbot gilt mit dem rechtskräftigen Urteil, mit der Abgabe des Führerscheins bei der Polizei beginnt die Frist.

abo

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