Stadtsportverband informiert sich über Personalmanagement

„Alle ziehen an einem Strang“

Freuen sich, die Zukunft des Stadtsportverbands gemeinsam zu gestalten: (v.l.) Birgit Hadeler, Heidrun Assmann, Heidi Seidel, Vanessa Hermeling, Tina Koehler, Herbert Henke, Cornelia Ahrens, Philipp Koehler und Jutta Schmalgemeier. - Foto: Schmidt

Rahden - Trainieren, zu einer Mannschaft gehören und bei Turnieren antreten – das lockt nach wie vor Menschen in Sportvereine. Aber sich darüber hinaus engagieren, zum Beispiel in einer Vorstandsposition oder als Trainer? Dazu erklären sich wenige bereit.

Bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbands Rahden (SSV) am Dienstagabend im Vereinsheim des TuS Wehe referierte Oliver Kruggel, Vereinsberater im Landessportbund NRW, daher zum Thema „Zu wenig Engagierte im Sportverein? Zukunft gestalten! Systematisches Mitarbeitermanagement im Kinder- und Jugendsport“.

Zu Beginn stellte Oliver Kruggel den rund 25 Versammlungsteilnehmern Rätsel, die verlangten, um die Ecke zu denken. Daraus leitete er seinen ersten Tipp ab, um für die Vereinsarbeit zu begeistern: neue Wege gehen. Dabei müsse jeder Verein individuelle Konzepte entwickeln. „Es gibt kein Patentrezept“, verdeutlichte er.

„Wir haben ein ganz großes Paket, das wir als Verein anbieten“, ermutigte Kruggel. Was alles in diesem Paket ist, notierten er und die Vereinsvertreter in Stichworten auf einem Flipchart – zum Beispiel Idealismus, Spaß, Zusammenhalt, Zugehörigkeit, Erfolge weitergeben, Tradition und Neues. Trotzdem sind dem deutschen Sportentwicklungsbericht 2013/2014 zufolge 37 Prozent der Sportvereine in ihrer Existenz bedroht – unter anderem, weil Übungsleiter fehlen.

Kruggel warb für einen Personalwart in jedem Verein. „Denn das Personal ist entscheidend“, unterstrich er. Der Personalwart müsse frühzeitig nach Kandidaten für Aufgaben im Verein Ausschau halten, sie ansprechen und begleiten. Außerdem sei es wichtig, zu ehemaligen Engagierten Kontakt zu halten – sie könnten zurückkommen oder anderweitig helfen.

Auch Anreize wie Helferpartys schaffen

Außerdem regte der Referent an, projektbezogen zu arbeiten. Dadurch müssten Mitglieder sich nicht für Jahre binden und könnten leichter Pausen einlegen – zum Beispiel während einer Klausurenphase. Die Anwesenden waren sich einig, dass auch Anreize wie Helferpartys wichtig seien, ebenso wie Qualifikationen. Die Vereins- und Verbandsvertreter nahmen die Tipps interessiert auf. Nach etwa anderthalb Stunden gingen sie dann zu den Regularien über.

Das wichtigste und größte Projekt des Stadtsportverbands ist derzeit die Vernetzung zwischen Schulen, Vereinen und dem offenen Ganztag, stellte die erste Vorsitzende Tina Koehler in ihrem Vorstandsbericht heraus. „Es ist wirklich so, dass hier alle an einem Strang ziehen“, lobte sie mit Blick auf die vielen Beteiligten.

Auch das Freiwillige Soziale Jahr im Sport (FSJ) fördert die Vernetzung. „Von allen Beteiligten – Offener Ganztag, Schulen, Vereine und deren Mitarbeiter – ist das FSJ im Sport äußerst positiv aufgenommen worden“, heißt es im Tätigkeitsbericht des SSV. Die FSJler seien eine Entlastung im Alltag des Ganztags, die Kinder seien ausgeglichener und das Interesse am Sport werde geweckt.

Koehler erinnerte zudem an die Sportlerehrung, den Kinderturntag, die Unterstützung der NRW-Streetballtour, das Projekt „Junges Ehrenamt“, das Spielmobil, Quietschfidel, Aktionen im Rahmen der Flüchtlingshilfe, ein Rollator-Training und vieles mehr. Auch die Sportabzeichenaktion hob sie hervor. 2015 wurden laut der Sportabzeichenbeauftragten Jutta Schmalgemeier im Stadtgebiet mehr als 600 Sportabzeichen verliehen.

Für die Zukunft hat sich der SSV als Ziel gesetzt, das FSJ zu stabilisieren. Außerdem soll die Satzung modernisiert werden. Tina Koehler freut sich, mit dem Team die nächsten Jahre zu gestalten. Sie wurde einstimmig wiedergewählt, ebenso Birgit Hadeler (zweite Vorsitzende), Heidrun Assmann (Schriftführerin), Heidi Seidel (Frauenwartin), Vanessa Hermeling (Kassenwartin), Herbert Henke (zweiter Vorsitzender), Cornelia Ahrens (Breitensportbeauftragte), Philipp Koehler (Sportwart) und Jutta Schmalgemeier (Sportabzeichenbeauftragte).

ks

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