Alle Aufführungen im Rahdener Bahnhof ausverkauft / Heute letzte Möglichkeit

Humoristisch gewürztes Sketch-Allerlei

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Liebe geht durch den Magen: In „Spezialgetränk“ von Edith Stöver fielen bei diesem schwer verliebten Paar (Angelika Carstensen und Paul Mallinson) nach der unwissentlichen Einnahme eines Aphrodisiakums sämtliche Hemmungen.

Von Mareile Kurtz. RAHDEN. „Für jeden Geschmack war etwas dabei.“ Ein Satz, der gerne in Pressetexten verwendet wird, etwa um das abwechslungsreiche Programm einer Veranstaltung zu beschreiben, und meist ein wenig floskelhaft daherkommt. Im Falle der aktuellen Schatulle-Inszenierung „Spezialitäten des Hauses“ ist er hingegen wörtlich zu nehmen.

Von pikat über süß-sauer bis hin zu deftig „schmeckten“ die zwölf Szenen und Sketche rund ums Essen, welche die Schauspieler des Laientheaters der Volkshochschule Lübbecker Land am Donnerstag- und Freitagabend den jeweils 120 Besuchern im Bahnhof in Rahden servierten. Unter der Regie von Edith Stöver ließen die 15 passionierten Darsteller keine Wünsche offen: Die abenteuerliche Mimik sagte zum Teil mehr als tausend Worte, die Chemie zwischen den Figuren stimmte, Bühnenbild, Requisiten und Kostüme gestalteten sich als einfallsreich und professionell, und die Texte saßen bis auf zwei kleine Ausnahmen, welche aber prompt mit anderen Zutaten wie Schlagfertigkeit und Improvisationstalent ausgeglichen wurden.

Das gut zwei Stunden umfassende literarische Menü bestand aus leichteren Speisen wie etwa einem leidenschaftlichen Monolog über die Erotik des Essens („Wollust“, Frank Schätzing), süß-sauren Zwischengängen wie der Diskussion einer Vampir-Damen-Gesellschaft über den Geschmack von Zahnärzten, fremdgehenden Männern und unschuldigen Jungfrauen („Die 900. Geburtsnacht“, Edith und H. Stöver) und deftigeren Einlagen wie „Bistecca Mafia“ (Frank Schätzing) in der ein unbequemer Mafioso in einem italienischen Restaurant zu Rumpsteak verarbeitet und als Spezialität des Hauses verkauft wird. Für die größten Lacher sorgten die Filetstücke „Kosakenzipfel“ von Loriot und „Spezialgetränk“ von Stöver, in denen ein unfair geteilter Nachtisch und ein heimlich zubereitetes Aphrodisiakum alle Masken, Hemmungen und schließlich auch Kleiderhüllen fallen ließ. Den Hobby-Mimen gilt Anerkennung nicht nur für ihr Schauspiel und das Auswendiglernen der vielen Texte, sondern auch für die Bühnenarbeit, denn zwischen den Sketchen blieb nur wenig Zeit für Kostümwechsel und Kulissenumbau, was alles in der Verantwortung des Schatulle-Ensembles lag. „Den Schauspielern ist dieses Mal viel abverlangt worden“, bestätigt Regisseurin Edith Stöver.

Was das Drumherum anging, hatte sich das gesamte Team ebenfalls ins Zeug gelegt. Den ersten humoristischen Appetithappen gab es bereits am Eingang, als jedem Gast ein Papierröllchen mit kulinarischen Weisheiten wie „Der Riegel, dem man dem Genuss vorschiebt, sollte kein Schokoriegel sein“ gereicht wurde. Dazu gab es auch ganz reale Leckereien, welche von den Landfrauen des Landfrauen Service vor der Aufführung und während der Pause mit viel Liebe zum Detail angerichtet wurden.

Die letzte Aufführung von „Spezialitäten des Hauses“ findet heute Abend um 19.05 Uhr im Bahnhof in Rahden statt. Die Vorstellung ist wie schon die beiden davor nahezu ausverkauft. Allen Interessierten rät Edith Stöver, es trotzdem an der Abendkasse zu versuchen, da es öfter mal passiere, dass bereits gekaufte Karten aus Termingründen überraschend zurückgegeben werden.

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