Aktionstag weckt bei Älteren Erinnerungen und zeigt Kindern Unbekanntes

Vom Schwein zur Wurst

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Fleisch durch den Fleischwolf zu drehen, kostet eine Menge Muskelkraft – trotzdem wollte fast jedes Kind einmal kurbeln. Auch Ole half Fleischer Dirk Schröder beim Herstellen von Mett-Enden.

Rahden - Von Katharina Schmidt. Das Schwein zerlegen, durch den Fleischwolf drehen und die entstandene Masse in einen Darm pressen – Fleischermeister Dirk Schröder zeigte gestern beim Wurstetag auf dem Museumshof Schritt für Schritt, wie früher Wurst hergestellt wurde. Insbesondere Kinder scharrten sich um seinen Arbeitsplatz im Haupthaus. Sie beobachteten, stellten Fragen, probierten das Fleisch und legten Hand an.

„Das kennen sie von zuhause nicht mehr“, erklärte Schröder die Neugier der jungen Besucher. Zusammen mit ihnen hatte er Mett-Enden hergestellt. Ein Prozess, der dem Fleischermeister zufolge dank moderner Maschinen heutzutage nur noch Sekunden dauert – und längst nicht mehr so viel Muskelkraft beansprucht. Denn den Kindern war anzumerken, dass es ganz schön anstrengend ist, Fleisch durch einen alten Wolf zu drehen.

Der Wurstetag lockte nicht nur diejenigen, die Wurst nur aus dem Verkaufsthresen kennen. Bei Heinz und Dagmar Steigemann aus Hille weckte der Aktionstag Erinnerungen. „Damals haben wir noch selbst geschlachtet“, erzählte Heinz Steigemann. Hausschlachtungen und Blut rühren seien üblich gewesen. Ihre Kinder hätten schon nicht mehr selbst gewurstet. „Aber Stippgrütze mögen sie trotzdem“, fügte Dagmar Steigemann hinzu und schmunzelte.

Insgesamt war der letzte Aktionstag der Saison gut besucht. Museumshof-Leiterin Lena Meyer führt das auf die vielen Aktionen neben der „Attraktion Nummer eins“, dem Wursten, zurück. Die Strickeschläger und die Strickgruppe zeigten ihr Handwerk, Sauerkraut wurde wie zu Omas Zeiten hergestellt, das Saftmobil war vor Ort und an Verkaufsständen gab es Schmuck, Kunsthandwerk, alte Kartoffelsorten sowie Wild. Die Diepholzer Puppenspielerin Maria Schupp bastelte zudem mit Hilfe junger Zuschauern aus Kartoffeln Puppen und spielte damit das Stück „Kartoffeln mit Herz“. Dabei gab auch sie den Jungen und Mädchen einen Eindruck vom Leben ihrer Großeltern.

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