Aktionskomitee geht von weiterer Steigung aus

Weißstörche im Rekordflug: Mehr als 100 Jungvögel

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Das Bild zeigt fünf Jungstörche bei der Beringung. Leider flogen nur vier von ihnen letztendlich auch aus.

Minden-Lübbecke - 2015 war ein Rekordjahr für die Störche im Kreis Minden-Lübbecke: 57 Weißstorchpaare – drei mehr als im Vorjahr – besetzten ihre Horste und 46 zogen erfolgreich ein bis vier Junge groß. Insgesamt flogen 106 Jungstörche aus. Zum Vergleich: 2014 waren es aufgrund widriger Wetterverhältnisse nur 57. Über diese Zahlen freut sich das Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“ in einer Pressemitteilung.

Das Komitee geht davon aus, dass die diesjährige Zahl besetzter Horste die höchste seit über 100 Jahren ist. Das gute Ergebnis erklären die Mitglieder mit dem guten Mäusejahr und dem günstigen Wetter in der zweiten Mai- und ersten Junihälfte. In dieser Zeit sind die oft zwischen ein und drei Wochen alten Küken gegen Nässe und Kälte extrem anfällig.

Die Verbreitungslücke hin zu den Störchen rund um den Dümmer scheint sich dem Komitee zufolge langsam zu schließen. Gleich drei Espelkamper Paare waren zu zählen, zwei in der Altgemeinde – noch ohne Erfolg brütend – und eins in Vehlage. Erstmals nach über 75 Jahren verließ ein flügger Jungvogel Lübbecke-Stockhausen.

Ein trauriges Ereignis: In Rahden scheiterte die Brut zum dritten Mal. Zwei junge Störche verendeten in eingetragenem landwirtschaftlichen Bindegarn. „Das Liegenlassen dieses todbringenden Kunststoffs in der Agrarlandschaft kann weiterhin nur als Riesensauerei bezeichnet werden“, kritisiert das Komitee.

Die Mitglieder nehmen auch für die kommenden Jahre weitere moderate Steigerungen der Storchenzahlen an. Die Zunahme erstmals brutreifer zwei- und dreijähriger Störche im Verlauf der letzten Jahre unterstützte eine vorsichtig positive Prognose der Entwicklung im Mühlenkreis.

2015 war auch das Jahr bemerkenswerter Störchinnen. In Hille hatte das seit Jahren ansässige Paar erneut überwintert. Das Weibchen tätigte nach sieben, sieben und neun Eiern in den Vorjahren erneut ein Achter-Gelege – ein Rekord, meint das Komitee und verweist auf Fachliteratur. Die durchschnittliche Eizahl der Storchengelege beträgt circa 3,8.

Der Orkan Ende März führte außerdem zu schweren Verletzungen eines Weibchens. In Hille-Neuenbaum stürzten große Teile des Nestes mit dem Gelege und dem brütenden Weibchen ab, das hinkend noch wenige Tage überlebte.

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