SPD nimmt Stellung zu Carl Langhorst

„Nationalsozialist darf kein Ehrenbürger sein“

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Umstrittener Künstler: Das Porträt von Carl Langhorst hängt noch heute in der Marktschänke. 

Rahden - Der SPD-Ortsverein Rahden nimmt in einer Pressemitteilung zur Ehrenbürgerschaft von Carl Langhorst Stellung. Im Stadtrat wurde bereites viel über die NS-Vergangenheit und die Ehrenbürgerschaft Langhorsts debattiert. Laut der SPD ist es wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen – „gerade in der heutigen Zeit, in der Nazisprüche und rechtsnationales Denken durch Parteien wie die AfD und andere ganz klar rechtsgerichtete Bürgerbewegungen offensichtlich wieder hoffähig gemacht werden sollen“

„Professor Carl Langhorst war mitnichten nur ein Mitläufer oder harmloser Kunstmaler, für den ihn manche Rahdener halten mögen. Er war ein überzeugter Nationalsozialist, der bereits 1929 in die NSDAP eintrat und nicht nur den Nationalsozialismus verherrlichende Bilder, sondern auch entsprechende Gedichte verfasste“, heißt es in der Mitteilung. Seine Gedichte und Bilder wurden seien für die NS-Propaganda und die Volksverhetzung benutzt worden.

 „Gerade weil so viele Sozialdemokraten vom NS-Regime getötet oder in Konzentrationslager gebracht wurden, können wir als SPD an dieser Stelle nicht so tun als ob die Vergangenheit uns nichts anginge,“ erklärt der Rahdener Sozialdemokrat Heinz Steinkamp. „Ein überzeugter Nationalsozialist darf nicht als Ehrenbürger gelten, und erst recht kann es nicht sein, dass sein Grab auf Kosten der Rahdener Bürger weiter gepflegt wird. Auch die Namensgebung der Professor Carl-Langhorst-Straße erfolgte seinerzeit gegen die Stimmen der SPD Ratsmitglieder und wurde mit den Stimmen der damaligen und auch heutige Mehrheitspartei des Rates der Stadt Rahden – wie so einige andere Straßennamen auch – durchgedrückt,“ so Steinkamp weiter. „Wenn die Anlieger die Gedichte lesen würden, die der Namensgeber ihrer Straße verfasst hat, würden sie mehrheitlich sofort eine Namensänderung fordern,“ ergänzt Marion Spreen, der ein entsprechender Band mit Gedichten (Erwachendes Deutschland, Vaterländische Gedichte, Jaegersche Sammlung deutscher Schulausgaben, Band 61) in Kopie vorliegt.

Ein Ehrenbürger soll nach Ansicht des SPD Ortsvereins Rahden Vorbildcharakter haben. Die Namensänderung einer Straße sollte nach Ansicht der Mitglieder des SPD-Ortsvereins in der digitalisierten Welt nicht schwieriger sein, als ein Umzug, bei dem auch die Adresse geändert werden muss. In diesem Zusammenhang fand der Vorschlag, die Straße zum Beispiel in „Zur alten Feuerwache“ umzubenennen, Beifall, so die SPD abschließend.

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