35-Jähriger verursacht auf dem Weg zum Open Air mit 1,69 Promille Unfall

Alkohol-Therapie bewahrt Angeklagten vor Gefängnis

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Mediengruppe Kreiszeitung

Stemwede/Rahden - Um zum Stemweder Open Air zu fahren, hat sich ein 35-Jähriger vergangenen Sommer mit 1,69 Promille im Blut hinters Steuer gesetzt. Sein Ziel hat er nie erreicht: Nach einer Flucht vor der Polizei krachte er mit mehreren Autos zusammen. Ein verletzter Beifahrer und 10000 Euro Schaden waren die Folgen. Gestern musste er sich wegen Trunkenheit im Verkehr und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Rahden verantworten.

„Ich hab einen über den Durst getrunken, dass ist mir bewusst“, sagte der Angeklagte aus Werther (Kreis Gütersloh). Er könne sich den Vorfall bis zum heutigen Tag jedoch nicht erklären, es müsse eine „Kurzschlussreaktion“ gewesen sein. An den Unfall direkt kann er sich nicht erinnern. „Ich sah die Katastrophe erst kurz danach.“

Der Polizei war der Mann schon kurze Zeit vorher aufgrund seiner riskanten Fahrweise aufgefallen. Ihr Versuch, ihn anzuhalten, scheiterte jedoch. „Ich hab Panik bekommen und bin weitergefahren“, begründete der Angeklagte seine Flucht. „Es tut mir leid“, sagte er. „Das hätte alles nicht sein müssen.“

Sein Verteidiger bezeichnete die Tat als einen „Rückfall“ und wies auf ein Alkoholproblem seines Mandanten hin. „Ich hab schon mehrere Jahre Probleme mit Alkohol“, gab der bereits vorbestrafte Mann daraufhin zu. Er sei lange abstinent gewesen, habe aber aufgrund von Problemen mit seiner Ex-Frau und dem gemeinsamen Sohn wieder mit dem Trinken angefangen.

„Ich gehe jetzt zu einer Alkoholberatung“, sagte er. Diese habe er direkt nach dem Unfall begonnen. Die Therapie bewahrte den Angeklagten womöglich vor dem Gefängnis: Die Staatsanwältin forderte eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten. Eigentlich wollte sie fordern, diese nicht zur Bewährung auszusetzen, machte sie deutlich. Die Verhandlung stimmte sie jedoch um: „Insbesondere wegen der Therapiemaßnahme kann Bewährung gewährleistet werden“, meinte sie. Außerdem forderte sie eine Geldstrafe und 24 Monate Führerscheinentzug. Der Verteidiger sagte, er habe eine „gewisse Sympathie für das, was die Staatsanwältin vorgeschlagen hat“.

Richter Hagenkötter betonte, dass er dem Angeklagten die begonnene Therapie zugutehält. Er verurteilte ihn zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und zu einer Geldauflage von 1000 Euro. Außerdem muss er seine Therapie fortführen und wird seinen Führerschein in den nächsten 22 Monaten nicht wiedersehen.

ks

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