Mann soll Whisky gestohlen haben

„Profi“ muss acht Monate ins Gefängnis

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Mediengruppe Kreiszeitung

Pr. Ströhen/Espelkamp - Ein „Profi“ in Sachen Straftaten saß laut der Staatsanwaltschaft nun auf der Anklagebank des Amtsgerichts Rahden. Dem in Pr. Ströhen lebenden 34-Jährigen wurde zur Last gelegt, im Marktkauf in Espelkamp zusammen mit zwei weiteren Männern Alkohol im Wert von mehr als hundert Euro gestohlen zu haben. Außerdem wurde er laut Anklage ohne gültige Fahrerlaubnis von der Polizei angehalten. In seinem „Lebenslauf“ sind dies nur zwei von 31 Ermittlungsverfahren.

Der Mann, der derzeit von Sozialhilfe lebt, hatte bis zum Frühjahr 2015 hinter Gittern gesessen. Nicht mal einen Monat nach seiner Entlassung aus der Haft wurde er erneut straffällig. Er befuhr der Staatsanwaltschaft zufolge ohne gültige Fahrerlaubnis die Neißer Straße in Espelkamp. Zwar habe er angegeben, einen georgischen Führerschein zu besitzen, doch mit diesem durfte er zum Tatzeitpunkt nicht mehr auf deutschen Straßen fahren. Das ist nur in den ersten sechs Monaten nach Einreise möglich, der Angeklagte ist aber schon vor längerer Zeit nach Deutschland gezogen. Auf der Pr. Ströher Allee erwischte ihn die Polizei etwa einen Monat später erneut hinter dem Steuer eines Autos.

Der Angeklagte gab vor Gericht zu, Auto gefahren zu sein. Über eine Dolmetscherin ließ er verlauten, dass er gedacht habe, dass er mit seiner Fahrerlaubnis noch fahren dürfe. Zwei als Zeugen geladene Polizisten sagten hingegen aus, dass sie den Pr. Ströher schon sehr oft angehalten und über seine ungültige Fahrerlaubnis aufgeklärt hatten.

„Ich glaube, dass es Ihnen völlig egal ist, ob Sie mit Ihrer georgischen Fahrerlaubnis fahren dürfen oder nicht“, kommentierte der Staatsanwalt den Fall.

Den zweiten Punkt der Anklage, den Diebstahl im Marktkauf, bestritt der Angeklagte vehement. Der Vorwurf: Er soll versucht haben, zwei Flaschen Cognac, eine Flasche Whiskey und Brötchen zu stehlen. Zwei Kumpane planten laut Anklage, fünf weitere Flaschen Whisky zu erbeuten. Die Männer hätten sich gegenseitig verdeckt, während sie das Diebesgut unter ihrer Kleidung versteckten, so die Staatsanwaltschaft.

„Ich habe die Sachen zwar genommen, aber sofort wieder hingelegt“, rechtfertigte sich der Angeklagte. Die Zeugen könnten das bestätigen, sagte er. „Die Zeugen werden bestätigen, dass Sie die Flaschen eingesteckt haben. Weil Sie das immer so machen“, merkte der Staatsanwalt mit Blick auf das Vorstrafenregister des Mannes an.

Der Staatsanwalt hatte recht: Ein Ladendetektiv schilderte, dass der Angeklagte Flaschen genommen und versteckt habe. Dann sei er in Richtung Ausgang gegangen. Bevor er dort angekommen sei, habe er die Sachen jedoch zurückgelegt. Der Zeuge vermutete, dass er gewarnt wurde, dass Detektive im Markt sind.

Angeklagter

bestreitet Diebstahl

Der Angeklagte pochte weiter auf seine Unschuld und fragte ungläubig, ob es strafbar sei, wenn er im Laden etwas in die Hand nehme und anschließend wieder zurückstelle. Wenn man die Sachen unter der Kleidung verstecke, dann schon, erklärte Richter Schebitz. Es sei offensichtlich gewesen, dass der Pr. Ströher nicht beabsichtigt hatte, zu bezahlen.

„Sie sind ein Profi, der bandenmäßig Diebstähle organisiert, permanent“, warf der Staatsanwalt dem 31-Jährigen vor. „Sie wissen, wie das Geschäft läuft, und dementsprechend sind Sie auch zu bestrafen.“ Er forderte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, „die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann“. An den Angeklagten gewandt fügte er hinzu: „Der einzige Zweck Ihres Aufenthalts in Deutschland ist die Begehung von Straftaten.“

Richter Schebitz verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten. Der Angeklagte sagte abschließend, dass es ihm leidtue, sollte er etwas falsch gemacht haben.

ks

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