3000 Stunden mehr durch Flüchtlingsarbeit / Förderung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung reicht nur für einen Kursus

VHS fordert mehr Geld von Bund und Land

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Das Team der Volkshochschule freut sich, dass die VHS-Kurse zu 85 Prozent angenommen werden: (v.l.) Martina Jähnke-Jansen, Klaus Loske, Dr. Peter Fleig-Malek, Anke Steinhauer, Heinrich Vieker, Nina Borcherding, Karl-Friedrich Rahe, Ute Schumacher und Christa Meyer.

Rahden - Bei der Verbandsversammlung der Volkshochschule (VHS) Lübbecker Land drehte sich alles um Finanzen. Zum einen, weil der Haushalt für das Jahr 2016 verabschiedet wurde. Zum anderen, weil die Flüchtlingsarbeit an den Kapazitäten der Bildungseinrichtung zerrt.

VHS-Leiterin Anke Steinhauer schilderte bei der Zusammenkunft im Westfalenhof Rahden die aktuelle Lage: „Kaum ein Thema hat in jüngerer Zeit die Öffentlichkeit so sehr bewegt wie das Thema Flüchtlinge. Und so wie die Menschen im Land beschäftigt die aktuelle Situation auch die Volkshochschule und ihre Verbände. Nahezu pausenlos klingeln bei uns die Telefone, es geht in der gemeinsamen Geschäftsstelle in Espelkamp manchmal eher zu wie in einer Bahnhofshalle.“ Für die VHS im Lübbecker Land bedeute die Flüchtlingsarbeit rund 3000 Stunden mehr im Programm. Darunter fallen Deutsch- und Integrationskurse.

Sich bei einer Herausforderung dieses Ausmaßes einzubringen, sei für jede VHS selbstverständlich. „Indem sie die öffentliche Diskussion mit Fakten bereichert, indem sie moderiert und indem sie handelt.“ Doch viele Verbände würden allmählich an ihre Grenzen stoßen und mehr Geld von Bund, Ländern und Kommunen benötigen, so Steinhauer.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung habe zwar „hoch erscheinende zwei Millionen Euro“ für weitere Kursmaßnahmen zur Verfügung gestellt, aber im Lübbecker Land komme nicht viel davon an. „Wir haben den Antrag gestellt und es wurde uns eine Maßnahme bewilligt. Das bedeutet: Es wird ein Kurs mit maximal 100 Stunden gefördert“, sagte Steinhauer. Zum Vergleich: Bei der VHS Lübbecker Land laufen derzeit acht Integrationskurse aus. Auch Rahdens Bürgermeister Dr. Bert Honsel forderte mehr Geld von Land und Bund: „Eine Integration ,light‘ darf es nicht geben“, stellte er heraus.

Bei der Versammlung wurde auch der Haushalt der VHS Lübbecker Land für das Jahr 2016 verabschiedet. Damit eine Erhöhung der Verbandsumlage vermieden werden konnte, ist der Ergebnisplan nicht ausgeglichen. Rund 26500 Euro müssen durch die Ausgleichsrücklage kompensiert werden.

Der Ergebnisplan weist somit im Haushaltsjahr 2016 eine Verbandsumlage von 300000 Euro (10000 Euro niedriger als im Vorjahr) und der Finanzplan eine Verbandsumlage von 294062 Euro aus.

Klaus Loske, stellvertretender Leiter und Geschäftsführer der VHS, blickt optimistisch in die Zukunft. Er geht von einer positiven Ertragsentwicklung aus. Momentan seien die Kurse zu 85 Prozent belegt. „Das zeigt, dass der Kunde, sprich der Hörer, das Angebot auch annimmt“, erklärte er. VHS-Leiterin Steinhauer drückte es euphorischer aus: „Das ist ein Knaller!“

ks

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