30-Jähriger wegen Hehlerei vor Gericht

Verkauf von Diebesgut ruiniert fast Existenz

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden/Espelkamp - Mit dem Verkauf von Roboterteilen, die seinem Arbeitgeber im Espelkamer Industriegebiet gestohlen wurden, wollte ein 30 Jahre alter Mann aus Porta Westfalica sich im Dezember 2013 ein paar Tausender dazuverdienen. Doch der Deal ruinierte fast seine Existenz: Er flog auf, verlor seinen Job und musste sich nun vor dem Amtsgericht Rahden wegen Hehlerei verantworten – und das, obwohl er gerade erst eine Familie gegründet hatte.

Laut Staatsanwaltschaft haben die gestohlenen Roboterteile, so genannte Panels, einen Neuwert von 67000 Euro. „Es war eine Riesendummheit“, räumte Angeklagte über seinen Verteidiger ein. Mit dem Diebstahl habe er jedoch nichts zu tun. Ein Dritter, dessen Namen er nicht nennen wollte, habe sich wegen der Panels an ihn gewandt.

„Mir wurden Panels angeboten, die aus seiner Demontage sein sollen“, erinnerte sich der Händler, dem der Angeklagte die Panels schließlich verkaufen wollte. 2500 Euro habe er im Vorfeld überweisen, 12000 Euro seien später in bar geflossen, berichtete der Händler anhand seiner Unterlagen. Der Angeklagte bestritt, die 12000 Euro erhalten zu haben und meinte, die Unterschrift auf der entsprechenden Quittung sei gefälscht. Richter Hagenkötter maß der Diskussion nicht viel Wert bei: „Ob sie jetzt 2500 oder 12000 Euro erworben haben, halte ich hier nicht für entscheidend“, sagte er.

Täter bereits

vorbestraft

Das Vorstrafenregister des Angeklagten zählt bereits acht Taten. Darunter Betrug und Diebstahl. Daraus folgerte die Staatsanwaltschaft, dass eine Geldstrafe nicht ausreiche. Sie forderte sieben Monate Haft auf Bewährung. „Eine Freiheitsstrafe halte ich hier für zu hoch gegriffen“, so die Einschätzung des Verteidigers. Er erinnerte daran, dass die Betrugs- und Diebstahlsgeschichten schon Jahre zurück lägen. Angemessen halte er 90 bis 120 Tagessätze zu jeweils 25 Euro.

Doch damit kam der Angeklagte nicht davon. Der Richter verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. „Ohne ihr Geständnis wäre der Tatnachweis deutlich schwerer geworden“, hielt er dem 30-Jährigen zugute. Dennoch erfordere seine Tat eine gewisse kriminelle Energie – vor allem, da er seinem eigenem Arbeitgeber geschadet habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

ks

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