27-Jähriger speichert mehr als tausend Bilder und Videos / Bewährungsstrafe

Espelkamper wegen Besitz von Kinderpornos verurteilt

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Mediengruppe Kreiszeitung

Espelkamp/Rahden - Seine sexuelle Neigung brachte einen Espelkamper, der bereits zwei Mal wegen Missbrauch von Kindern verurteilt worden war, gestern erneut auf die Anklagebank. Der 27-Jährige musste sich wegen dem Besitz von 1382 kinder- und 81 jugendpornografischen Dateien vor dem Amtsgericht Rahden verantworten. Dank einer Therapie kam er mit einer Bewährungsstrafe davon.

Die Dateien wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung entdeckt. Sie waren auf zwei Laptops gespeichert. Laut dem Staatsanwalt handelt es sich um Bilder und Videos, in denen Minderjährige als „bloße Objekte sexueller Begierde“ dargestellt werden.

„Ich habe die Sachen besessen“, gestand der Angeklagte. „Es war ein Fehler von mir“, fügte er mit geneigtem Kopf hinzu. Er habe die Dateien in einem Zeitraum von einem Jahr angesammelt. Der 27-Jährige, der wegen Missbrauchs Minderjähriger noch auf Bewährung ist, unterzieht sich derzeit einer freiwilligen Therapie.

Der Staatsanwalt verdeutlichte in seinem Plädoyer, warum der Besitz von kinderpornografischen Dateien strafbar ist. Man könne zwar meinen, mit dem Besitz solcher Bilder und Videos tue man niemanden weh, sagte er. Fakt sei jedoch, dass diese Fotos und Filme aufgenommen und gedreht werden müssten. Die betroffenen Kinder werden sich danach nicht besser gefühlt haben, vermutete der Jurist. Er ergänzte: „Manche Kinder werden sich ihr Leben lang nicht mehr gut fühlen.“

„Wenn es keine Leute wie Sie gibt, die an solchen Bildern oder Filmen Interesse haben, müsste man sie nicht drehen“, machte er dem Angeklagten deutlich. „Ich habe mir die Bilder nicht angeguckt, weil ich sie eklig finde“, sagte der Staatsanwalt. Allein der Gedanke an Kinderpornografie könne einen „explodieren lassen“. Um ruhig zu bleiben, müsse er sich an die Professionalität im Beruf erinnern, so der Staatsanwalt.

Die Vergangenheit hat ihm zufolge gezeigt, dass der Angeklagte nicht vor Missbrauch zurückschrecke. Das bringe eine Komponente in den Fall, die „erschaudern lässt“. Doch die Therapie gebe Hoffnung, dass der Angeklagte sein Problem in den Griff bekommt. Deswegen plädierte er für eine Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung. Als Auflagen forderte er, dass der 27-Jährige die Therapie fortsetzt und 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlt. Wenn er künftig auch nur eine kinderpornografische Datei besitze, würde niemand mehr eine Bewährung befürworten, ermahnte er den Angeklagten.

Der Verteidiger erinnerte daran, dass sein Mandant seit etwa elf Jahren – so viel Zeit verging nach seiner ersten Verurteilung wegen Missbrauchs – versuche, aus seiner Situation herauszukommen. Die sexuelle Neigung des Espelkampers bezeichnete er als „Krankheitsbild“. Deswegen sei der therapeutische Ansatz in den Vordergrund zu stellen. Er erklärte, dass die exakte Länge der Freiheitsstrafe für ihn keine Rolle spiele. Über die Höhe der Geldstrafe könne man diskutieren.

Richter Hagenkötter verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung. Dabei käme dem Angeklagten zugute, dass er sich freiwillig therapieren lässt. Die Therapie muss er in der Bewährungszeit fortsetzen. Außerdem soll er 1500 Euro an das westfälische Kinderdorf zahlen. Die Laptops mit den Dateien werden vernichtet.

„Das, was hinter den Taten steht, ist letztendlich eine Tragödie“, so Hagenkötter. Es sei davon auszugehen, dass der Angeklagte eine Veranlagung habe, von Kindern erregt zu werden. „Für diese Veranlagung können Sie nichts“, hielt er dem 27-Jährigen zugute. „Aber es ist Ihre verdammte Verpflichtung, enthaltsam zu sein und dafür zu sorgen, dass es nicht zu solchen Taten kommt.“

ks

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