21-Jähriger muss 300 Euro Strafe zahlen

Sonne ist der Übeltäter

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden/Espelkamp - Wegen eines Auffahrunfalls musste sich jetzt ein 21-Jähriger vor dem Amtsgericht Rahden verantworten. Der Espelkamper hatte ein am Zebrastreifen haltendes Auto einer 28-jährigen Isenstedterin zu spät bemerkt und fuhr auf den Wagen auf. Der Verteidiger des Mannes sah die Schuld in erster Linie in den Naturgewalten: „Die Sonne ist der Übeltäter“, sagte er. Sein Mandant sei durch die tiefstehende Sonne geblendet worden.

„Ich habe nichts gesehen“, bestätigte der Angeklagte. Als er die Sonnenblende herunterklappen wollte, habe er das Auto bemerkt und eine Vollbremsung gestartet – doch es sei zu spät gewesen. Laut seinem Verteidiger kommt es an der Beuthener Straße häufiger zu Unfällen. Er kenne mindestens drei ähnliche Fälle von Mandanten, so der Verteidiger.

„Ich habe einiges abbekommen“, schilderte die Isenstedterin die Folgen des Zusammenstoßes. Sie erlitt Prellungen und ein Schädel-Hirn-Trauma. Noch heute spüre sie die Folgen: Sie müsse zum Reha-Sport und habe Probleme mit dem Rücken und der Hüfte, erklärte sie. Ihr Wagen sei nach dem Aufprall erst nach 150 Metern zum Stehen gekommen, verdeutlichte die Isenstedterin die Wucht des Aufpralls. Ihre Einkäufe im Kofferraum seien durch den Wagen geflogen, ihr Radio aus der Verankerung gerissen und der Rückspiegel abgebrochen. Der Schaden am Auto sei mittlerweile reguliert, das Schmerzensgeld-Verfahren laufe. „Es kam bislang keine Entschuldigung, nur arrogantes Gehabe“, kritisierte sie den Angeklagten. An der Unfallstelle habe er sogar behauptet, sie sei Schuld gewesen.

Der 21-Jährige entgegnete, er habe sie sofort gefragt, ob sie einen Krankenwagen brauche. Außerdem entschuldigte er sich. „Ich fahr jetzt grundsätzlich mit Sonnenblende, damit mir so was nicht nochmal passiert“, sagte er reumütig.

Man müsse langsam fahren, wenn man nichts sehe, belehrte Richter Hagenkötter den Espelkamper. „Notfalls in Schrittgeschwindigkeit.“ Auch der Staatsanwalt verdeutlichte, dass Autofahrer stets reagieren müssten. Der Verteidiger erklärte den Zusammenstoß mit „Augenblickversagen“.

Hagenkötter verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 300 Euro. Falsches Verhalten im Straßenverkehr kommt dem jungen Mann damit nicht zum ersten Mal teuer zu stehen: Bereits im Juli vergangenen Jahres musste er seinen Führerschein wegen zu schnellen Fahrens abgeben und eine Geldbuße zahlen.

ks

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