20-jähriger Lübbecker bricht neuem Partner seiner Ex-Freundin den Kiefer

Eifersucht führt zu Prügelei

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Mediengruppe Kreiszeitung

Lübbecke - Aus Eifersucht soll er dem Partner seiner Ex-Freundin den Kiefer doppelt gebrochen haben – diesen Vorwurf musste sich gestern ein 20-jähriger Lübbecker vor dem Amtsgericht Rahden von der Staatsanwaltschaft anhören. Außerdem soll der ehemalige Kampfsportler seinem Opfer laut Anklage mit einem Kopfschuss gedroht haben.

Bevor es zu der Tat kam, hatte die Ex-Freundin des Angeklagten den Abend mit ihrem neuen Partner, gestern der Nebenkläger, verbracht. Da dieser keinen Führerschein hatte und sie nachts nach Hause musste, habe sie ihren Ex-Freund gebeten, sie zu fahren, berichtete die Schülerin. Dass er noch Gefühle für sie empfand, sei ihr bewusst gewesen, jedoch hätte sie sonst niemand abholen können. Das Angebot ihres Freundes, ein Taxi zu rufen, habe sie nicht annehmen wollen.

Der Angeklagte nutzte die Gelegenheit und versuchte, die 18-Jährige zurückzugewinnen: „Ich wollte sie küssen, aber sie hat mich abgewiesen“, sagte er. Seine Ex-Freundin informierte ihren Partner darüber, sobald sie zu Hause war. Der schrieb seinen Vorgänger sofort bei Facebook an. Die beiden jungen Männer einigten sich auf ein Treffen noch in der Nacht auf dem Marktkauf-Parkplatz. Dort kam es zur Prügelei.

Der Angeklagte erklärte, dass der 20-Jährige dort „unpassend geredet“ und ihm zu verstehen gegeben habe, dass er vor wenigen Stunden mit seiner Freundin geschlafen habe – das habe er nicht hören wollen. Deswegen habe er ihn geschlagen. Der Angeklagte argumentierte, dass sein Nebenbuhler mit einer bedrohlichen Körperhaltung auf ihn zugekommen sei. Als der neue Partner seiner Ex-Freundin blutend am Boden lag, habe er sich entschuldigt. „Ich wollte nicht, dass es so weit kommt“, so der Lübbecker. Mit einem Kopfschuss habe er nie gedroht.

Bei dem Treffen auf dem Parkplatz sei der Angeklagte aggressiv geworden und habe ihn beschimpft, schilderte der Nebenkläger seine Version. Drei Mal habe der Lübbecker ihn geschlagen. Daraufhin sei er kurz in Ohnmacht gefallen. Als er aufgewacht sei, habe der ehemalige Kampfsportler sein Handy gefordert und der Schülerin geschrieben, dass er ihren Freund „durchgebracht“ habe. Er habe fünf Tage im Krankenhaus verbracht und drei Wochen lang nur Suppe essen können, berichtete der Geschädigte.

Die umworbene junge Frau konnte sich an Details der Tatnacht nicht erinnern und brach bei der Verhandlung in Tränen aus. Auf Nachfrage von Richter Hagenkötter sagte sie, dass es in der Beziehung zwischen ihr und dem Angeklagten zu Auseinandersetzungen gekommen sei. Brutal geschlagen habe er sie jedoch nie. Der Nebenkläger berichtete hingegen, sie habe erzählt, dass ihr Ex-Freund sie sogar überfahren wollte.

Der Angeklagte ist vorbestraft – unter anderem, weil er einem anderen Nebenbuhler das Trommelfell zerschlagen hatte. „Was hat der Nächste zu erwarten?“, fragte der Staatsanwalt den Lübbecker hinsichtlich dessen Eifersucht. Er forderte drei Wochen Dauerarrest und 50 Sozialstunden. Der Vertreter des Nebenklägers bat um eine „Entscheidung, die dem Angeklagten nicht jede Perspektive verbaut“.

„Ich glaube dem Nebenkläger kein Wort“, machte der Verteidiger des Angeklagten deutlich. Er glaube, dass die Schülerin und der Nebenkläger seinen Mandanten in die Falle locken wollten. „Natürlich treffen sich zwei Männer auf dem Parkplatz, um sich zu prügeln“, sagt er. Sein Mandant habe sich angegriffen gefühlt und in einer subjektiven Notsituation befunden. Er forderte Freispruch.

„Ich habe an der Schuld des Angeklagten keine Zweifel“, so Richter Hagenkötter. Er verurteilte den Angeklagten nach Jugendstrafrecht zu einem Dauerarrest von drei Wochen und 4500 Euro Schmerzensgeld. „Dass sie sich bedroht gefühlt haben, nehme ich ihnen nicht ab“, sagte er zu dem Lübbecker. Dieser habe ein „hochgradiges Aggressions-Problem“.

ks

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