Stemweder Rat verleiht erstem Bürgermeister Heinz Becker Ehrenbürgerwürde

Politiker mit Leib und Seele

+
Bürgermeister Gerd Rybak (rechts) überreichte Heinz Becker gestern Abend im Beisein des Rates die Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Stemwede.

Stemwede - Von Melanie RussIn den turbulenten Zeiten des Umbruchs war er der Ruhepol, der Mann, der die neu geformte Gemeinde Stemwede 21 Jahre lange durch manche Untiefen in eine sichere Zukunft führte.

Anlässlich der Feierstunde zu ihrem 40-jährigen Bestehen, verlieh der Stemweder Gemeinderat dem ersten Bürgermeister Heinz Becker gestern Abend die Ehrenbürgerwürde. Den Beschluss dazu hatten die Ratsmitglieder zuvor in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig gefasst. Es ist eine ganz besondere Ehre, die bislang nur einem Stemweder Bürger zuteil wurde: Fritz Möller.

„Mit großem Einsatz, politischem Fingerspitzengefühl, Zielstrebigkeit und Kompetenz hat Heinz Becker zur nachhaltigen Entwicklung von Stemwede beigetragen“, würdigte Rybak den 87-jährigen Westruper, dessen Augenmerk stets auf das Wohl der Gesamtgemeinde gerichtet war. Mit seinem weit über das normale Maß hinausgehenden persönlichen Engagement habe Becker vielen als Vorbild gedient. Bürger und politische Gegner gleichermaßen hätten an ihm geschätzt, dass auf sein Wort stets Verlass war. „Sie wussten, dass es ihm immer darum ging, etwas für Stemwede zu bewegen.“ Darum genieße er auch heute noch, fast 20 Jahre nach Beendigung seiner kommunalpolitischen Tätigkeit die höchste Wertschätzung der Stemweder, so Rybak.

„Ihm gelang es mit Scharfsinn, Toleranz und Kompromissbereitschaft, die Fronten zwischen den alten Ämtern Levern und Dielingen-Wehdem aufzuweichen und abzubauen“, erinnerte der Bürgermeister an die nicht ganz einfache Vereinigung zur Gemeinde Stemwede. Nur beim Rathausbau habe auch Becker nicht vermitteln können.

Die politische Karriere Heinz Beckers begann 1964 mit der Wahl in den Rat der damals noch selbstständigen Gemeinde Haldem. Von 1969 bis 1972 bekleidete er außerdem die Funktion des Amtsbürgermeisters der Vertretung des Amtes Dielingen-Wehdem. Nach der kommunalen Neuordnung wählte der Stemweder Rat Becker am 11. April 1973 zum ersten Bürgermeister der neuen Gemeinde. Das Amt hatte er bis 1994 inne.

Auch jenseits seiner politischen Tätigkeit war Heinz Becker im Gemeinwesen engagiert. Er war Mitglied in Feuerwehr und Jagdgenossenschaft, wirkte mehr als ein Jahrzehnt als Schöffe am Landgericht und stand mehr als 20 Jahre dem Stemweder Heimatverein vor. 1980 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstsordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Angelehnt an ein Zitat des italienischen Dichters Luigi Pirandello „Es ist leichter, ein Held zu sein als ein Ehrenmann. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer“ schloss Bürgermeister Gerd Rybak: „Heinz Becker war kein Held, aber sein Handeln war und ist aller Ehren wert.“

Das könnte Sie auch interessieren

Jugend-Challenge in Verden

Jugend-Challenge in Verden

Fast 80 Tote nach Buschfeuern in Kalifornien

Fast 80 Tote nach Buschfeuern in Kalifornien

May warnt vor Putsch im Brexit-Streit

May warnt vor Putsch im Brexit-Streit

SCT-Ball in Twistringen

SCT-Ball in Twistringen

Kommentare