Direkter Nachbar äußert Bedenken / Neue Betreiberin sucht das Gespräch

„Pleasuredome“: Eröffnungstermin verworfen

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Noch herrscht Stille auf der Fläche, die bald einer der Parkplätze werden soll. Rechts sieht man das Haus von Claus-Michael Hacker, das bald ein Lärmschutzwall abschirmen soll. ·

Oppenwehe - Von Kai Pröpper. „Ich habe nichts dagegen, wenn jemand sein Grundstück nutzen will, solange es nicht auf Kosten anderer geschieht.“ Claus-Michael Hacker sagt nicht direkt, dass er etwas gegen den bevorstehenden Disko-Betrieb hinter seinem Haus hat oder Belästigungen jedweder Art befürchtet. Er wartet ab.

Intensiv beschäftigt hat er sich aber schon mit der geplanten Eröffnung des Tanztempels, der mit dem Namen „Heiden-Reich‘s Pleasuredome“ beworben wird und bei Facebook schon rund 2 000 Menschen animierte, den „Gefällt-mir“-Button zu drücken.

Dass eine Gaststätte genehmigungspflichtig ist und bauliche Veränderungen auch „viel Papierkram“ bedeuten, weiß Hacker. Doch: „Nach meinem Info-Stand sind die Voraussetzungen für den Betrieb noch nicht gegeben.“ Nachgefragt beim Kreis und der Gemeinde habe er Anfang November. Eröffnen wollte Daniela Mügebeer ihre Diskothek – wie bereits berichtet – Ende des Monats beziehungsweise Anfang Dezember. Daraus wird aber wahrscheinlich nichts.

Vor zwei Jahren kauften Hacker und seine Frau das Haus hinter der Ex-Diskothek. Vorher versicherte sich der Unternehmensberater, dass „das Pleasuredome zu ist“.

Es bewegt den Nachbarn, dass jetzt wieder Leben auf dem Grundstück herrscht. Richtig gesprochen habe die Betreiberin mit ihm noch nicht. Mehr als Small-Talk auf einer vernünftigen Basis habe es nicht gegeben, sagt Hacker. Man sehe jedoch täglich, dass am Haus etwas getan werde.

Abgerissen wurde nach seinen Angaben Anfang November auf der Ostseite des Geländes eine alte Scheune. Aus einer südöstlich gelegenen Fläche, auf der bislang einige Bäume standen, soll ein Parkplatz werden. Dass es für diesen eine Genehmigung gibt, bezweifelt der Oppenweher. Auch sieht er deshalb Probleme auf die Gemeinde zukommen, die mit der Regelung des zu erwartenden Publikumsverkehrs umgehen müsse.

Ein Lärmschutzwall soll sein Haus bald vor der Parkplatz-Geräuschkulisse abschirmen. „Wenn das so klappt, ist es eine akzeptable Lösung.“ Claus-Michael Hacker zufolge habe Daniela Mügebeer vor Monaten erklärt, sie wolle sich mit den Nachbarn an einen Tisch setzen. „Mir wurde gesagt, dass ich Pläne bekomme.“ Geschehen ist laut dem 63-Jährigen nichts. „Wir sind herumgegangen, als wir hierher gezogen sind“, sagt er. „So geht man miteinander um, wenn man etwas Großes vorhat. Das vermisse ich hier und es ist schade drum, weil es die Situation so konfliktträchtig macht.“ Ein Konflikt solle aber nicht entstehen. „Das ist nicht meine Absicht.“

Doch es sei etwas anderes, ob ein Wochenende lang der Bünselmarkt tobe oder jedes Wochenende das „Pleasure“ geöffnet habe. Für die zukünftigen Besucher habe er Verständnis. Die wollten nur ihren Spaß haben, das gehöre dazu.

Dass sie ihrem Nachbarn noch keine Pläne vorgelegt habe, sei richtig, erklärte Daniela Mügebeer. „Unsere Pläne konnten den Nachbarn bislang noch nicht erörtert werden, da diese noch von der Architektin überarbeitet werden“, erklärte sie gestern auf Nachfrage. „Wir werden, wenn die Räume fertig sind, alle Nachbarn einladen zu einem Informationsgespräch und dann alle Fragen beantworten.“

Für jeden Parkplatz – neben dem bereits angesprochenen ist ein weiterer auf der anderen Seite der Oppenweher Straße geplant – wolle sie Parkwächter engagieren. „Die passen auf und sorgen auch für Ruhe.“

Man habe mit Claus-Michael Hacker gesprochen. „Das Gespräch habe ich nicht als ‚Small-Talk‘ aufgefasst. Wir haben ihm das Projekt vorgestellt und genau vorgelegt, was wir vorhaben, darum verstehe ich das jetzige Verhalten meines Dorfmitbewohners nicht. Wenn wir uns begegnen grüßt man sich freundlich, aber speziell gefragt und angesprochen werde ich nicht.“

Man wolle Hacker mit dem Bau einer Lärmschutzwand entgegenkommen. Während andere Anwohner eine Schallschutzmauer angeboten bekommen und dankend abgelehnt hätten, bekäme er eine Lärmschutzwand mit Begrünung. „Die kostet mich fast das dreifache“, sagt Daniela Mügebeer.

Ihren angepeilten Eröffnungszeitraum hat sie längst verworfen. Mit Claus-Michael Hacker hat sie vor, den Termin für das geplante Gespräch nun vorzuziehen.

„Schritte“ erst  bei Maßnahmen

Über die Zeit nach der Eröffnung und was wie werden könnte, spricht Claus-Michael Hacker nicht gerne. „Konkrete Schritte folgen auf konkrete Maßnahmen.“ Er sei nicht der einzige Anwohner, der die Neueröffnung kritisch sehe. Eine „Abordnung der Nachbarschaft“ habe schon das Gespräch mit Bürgermeister Gerd Rybak gesucht. Der bestätigte gestern den Besuch zweier Oppenweher. Diese hätten sich über das Vorhaben informiert und auch Bedenken geäußert, da „sie nicht später in ihren Wohnverhältnissen belästigt werden wollen“. In dem gesamten baulichen Verfahren werde das nachbarschaftliche Verhältnis geprüft, so Rybak. Dieses würde in die Auflagen für die Betreiber einfließen. „Genauso wie bei anderen Bauvorhaben auch.“ Werde eine Konzession erteilt, habe der Betreiber einer Diskothek die gesetzlichen Anforderungen zu beachten. „Das wird von A bis Z geprüft“. Die Rechtmäßigkeit des neuen Parkplatzes werde im Rahmen des allgemeinen Bauantrages geprüft, so Rybak.

Wiederinbetriebnahme beim Kreis beantragt

„Der Betrieb des ‚Pleasuredomes‘ ist vor einigen Jahren nicht durch behördliche Anordnung eingestellt worden“, teilte der Kreis auf Nachfrage mit. Ein Bauantrag zur Wiederinbetriebnahme der Diskothek liege aktuell vor.

„Eine Einschätzung, ob die beantragte Baugenehmigung erteilt werden kann, ist nicht möglich. Es liegen noch nicht alle für die Beurteilung der Genehmigungsfähigkeit sowie der Nachbarschaftsverträglichkeit des Vorhabens notwendigen Unterlagen und Erklärungen vor“, so der Kreis. Für die Erteilung der gaststättenrechtliche Erlaubnis (Konzession) sei die Gemeinde Stemwede zuständig. Der bewilligte Bauantrag zur Wiederinbetriebnahme ist eine Grundlage für die Vergabe der Konzession.

„Mit Daniela Mügebeer wurden seit Juli 2012 mehrere Gespräche zum Erlaubnisverfahren geführt“, erklärte Stemwedes Ordnungsamtsleiter Werner Bahnemann. Werde der Bauantrag genehmigt, habe Mügebeer Anspruch auf die Erteilung einer Konzessions-Erlaubnis, die wiederum „relativ zügig“ genutzt werden könne.

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