„Wippsteert“ gewinnt Contest und darf beim Stemweder-Open-Air auftreten

Plattdeutsche Lieder entern die Wiesenbühne

Vom Dorf auf die Bühne des Stemweder-Open-Air-Festivals: Die Band „Wippsteert“ überzeugte das Publikum mit rockigen Melodien mit teilweise irischem Einschlag und plattdeutschen Liedtexten. -  Fotos: Bokelmann

Wehdem - In knapp 160 Tagen steht im Ilweder Wäldchen in Haldem wieder alles im Zeichen der Kuh: Am 19. und 20. August feiern Musikfreunde eines der beliebtesten Umsonst-und-Draußen-Festivals der Region – das Stemweder Open Air. Auf der Wiesenbühne wird dann auch „Wippsteert“ alles geben.

Mit ihren plattdeutschen Texten bringen Andre Stuckenberg (Gesang, Gitarre, Mandoline), Tobschka Kalletschky (Schlagzeug), David Hausfeld (Bass und Trompete), Tobias Büscherhoff (Gesang, Gitarre, Mandoline und Banjo) und Markus Bruns (Gesang, Gitarre und Mundharmonika) eine neue Form der Musik nach Stemwede. Damit überzeugten die gestandenen Musiker am Samstagabend beim Bandcontest im Life House.

Auf Einladung des Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede (JFK) traten dort vier Bands an, um sich einen Auftritt beim „Stemweder“ zu sichern. Jede Gruppe hatte rund eine Stunde Zeit, das Publikum von seinem Talent zu überzeugen. Neben den Gästen, die per Stimmzetteln jeweils zwei ihrer Favoriten unterstützen konnten, entschied eine vierköpfige Jury, bestehend aus Veranstaltern des Festivals und dem Thekenpersonal des Abends, über die Platzierung.

Gegen Mitternacht verkündete Friederike Riechmann als Mitveranstalterin des Open-Air-Festivals dann das „sehr knappe Ergebnis“: Die Band „Wippsteert“ aus Thiene, einem kleinen Ort in der Nähe des Alfsees im Landkreis Osnabrück, kommt ein weiteres Mal mit ihrem Liedgut nach Stemwede.

Die vier Bandmitglieder von „Voltage Ltd.“ aus Kirchlengern hatten neben Eigenkompositionen altbekannte Songs neu verpackt und dann mit ins Life House gebracht.

Mit ihrem plattdeutschen Folkrock hatten die Musiker auch den Abend eröffnet und freuten sich, dort aufzutreten, „wo man Platt noch versteht“, so Markus Bruns. Er und seine Bandkollegen ließen auf der Bühne neben neuen Liedern auch ihre ersten Songs aus der Gründungszeit im Jahr 2014 erklingen. Mit einem flotten Spruch auf den Lippen, selbstverständlich in der norddeutschen Mundart, lieferten sie zudem Erklärungen zu ihrem Auftritt. Mit Titeln wie „Dör die Dör“ näherten sie sich demnach dem Thema Handy-strahlung und mit „Aff inne Sünne“ machten sie Lust auf den Frühling.

Nach dem Bühnenumbau spielte die Band „Bomba Atómica“ ihren Blues-Rock. Niklas Rohde (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Sören Bätzig (Schlagzeug) und Hauke Frey (Bass), junge Musiker aus Cuxhaven und Hannover, stiegen ohne lange Erklärungen in ihr Programm ein und scheuten auch den direkten Kontakt zum Publikum nicht. So stattete der Bassist den Life-House-Gästen einen Besuch beim Tanzen ab. Damit haben die jungen Männer auch schon Erfahrung, da sie seit rund fünf Jahren im gesamten Norddeutschen Raum unterwegs sind.

„Bomba Atómica“ nennen sich diese drei Musiker. Sie ließen beim Bandcontest entgegen ihres Namens aber glücklicherweise nur eine musikalische Bombe hochgehen.

Rock vom neuen Album hatte dann die Band „Pure Tonic“ dabei und entlud neben harten Gitarrenriffs auch röhrenden Gesang in Titeln wie „Be my Baby“ und „Going home“ – dabei mal auf sehr harte Weise, mal etwas gefühlvoller. Aber stets sehr rockig, was die Männer und Frauen vor der Bühne, darunter auch zahlreiche Asylbewerber aus Stemwede, die gemeinsam mit den Newcomer-Bands und anderen Gästen aus Nah und Fern feierten, zum Head-Bangen und Jumpen animierte.

Zum Abschluss des Bandcontests gab es noch einige Coversongs in neuer Interpretation auf die Ohren. Jens Klassen (Gesang, Gitarre), Raphael Hauk (Gitarre), Joel Brüning (Bass) und Luca Assner (Percussion) sind seit 2008 zusammen „Voltage Ltd.“. Die Männer aus Kirchlengern wurden in Wehdem vom Publikum angefeuert und lieferten neben dem Klassiker „Beat it“ von Michael Jackson auch ihren Titel „You know my cock“, den die Fans mehrfach lautstark gefordert hatten.

Am Ende überzeugte Jury und Publikum die bunte Musikmischung von „Wipp-steert“ und so wird die Formation, deren Namen für die kleine Bachstelze steht, im August auf dem Open-Air-Festival rocken.

Von Anika Bokelmann

Das könnte Sie auch interessieren

Hier müssen Sie jetzt draufzahlen - und wo Sie viel sparen können

Hier müssen Sie jetzt draufzahlen - und wo Sie viel sparen können

Neue FC-Bayern-Dienstwagen: Ein Star erstaunlich PS-bescheiden - ein anderer fährt Hybrid

Neue FC-Bayern-Dienstwagen: Ein Star erstaunlich PS-bescheiden - ein anderer fährt Hybrid

Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Meistgelesene Artikel

15-jähriger Schüler mit Beil bedroht und ausgeraubt

15-jähriger Schüler mit Beil bedroht und ausgeraubt

Kommentare