Mathias Johannmeier reinigt die Orgel in der Tonnenheider Kirche

Neuer Klang zu Erntedank

Saugen, wischen und stimmen: Mathias Johannmeier (vorn) und Paul Knizewski befreien die Orgel in der Tonnenheider Kirche von Schmutz und Schimmel. ·
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Saugen, wischen und stimmen: Mathias Johannmeier (vorn) und Paul Knizewski befreien die Orgel in der Tonnenheider Kirche von Schmutz und Schimmel. ·

Tonnenheide - Von Anika Bokelmann„Für eine normale Dorforgel ist diese schon etwas besonderes“, sagt Mathias Johannmeier über die Orgel in der Tonnenheider Kirche. Die ruhigeren Sommerwochen nutzt der Orgelbauer seit Montag, um eine Generalüberholung bei dem Instrument vorzunehmen.

Die Besonderheit der Kleuker-Orgel aus dem Jahr 1974 ist ihr Trompetencharakter im Subbass. Die Orgel ist einmanualig, das heißt, die Pfeifen werden nur mit einer Tastatur bedient und durch das Spiel auf den Pedalen ergänzt. Acht Klangfarben, so genannte Register, können ihr bei gekonntem Spiel entlockt werden.

Das Instrument, das aus Brackwede stammt, ist im Vergleich zu anderen Kirchenorgeln im Kirchenkreis Lübbecke ein junges Modell – eine Säuberung war aber längst fällig. „Rund 20 Jahre muss die letzte Reinigung her sein“, mutmaßt Johannmeier, der aktuell damit beschäftigt ist, die 594 Orgelpfeifen mit der Zahnbürste zu putzen. Auch die Materialien wie Aluminium, Schaum- und Kunststoff, die 1974 von Detlef Kleuker beim Bau der Orgel verwendet wurden, „halten nicht ewig“, sagt Johannmeier. Sieben abgeknickte und verbeulte Pfeifen musste er daher ersetzen.

Unterstützung bekommt der Orgelbauer mit 23-jähriger Berufserfahrung von Paul Knizewski. Der 20-jährige Student der Kirchenmusikhochschule Herford nutzt seine Semesterferien nicht nur zum Lernen und Proben, sondern auch, um seine Kenntnisse um sein Instrument zu erweitern. Auch Rainer Johannmeier, Vater von Mathias Johannmeier, Pastorin Micaela Strunk-Rohrbeck und einige Gemeindeglieder haben schon tatkräftig mit angepackt. „Als Team ist man schneller und es macht mehr Spaß“, lobt Mathias Johannmeier das Engagement der Ehrenamtlichen.

Aber nicht nur der Staub muss von den Pfeifen, den Windladen und dem Skelett der Orgel entfernt werden. Auch Schimmel hat sich in den vergangenen Jahren in den Ritzen abgesetzt, der jetzt mit Spezialmitteln entfernt wird. Um erneuter Schimmelbildung vorzubeugen, wurde die Orgel um 40 Zentimeter von der kalten Kirchenmauer abgerückt. „Damit die Luft zirkulieren kann, werde ich die Rückwand einschlitzen“, erklärt Johannmeier. Dadurch werde zwar der Klang nicht mehr gebündelt, für das Instrument sei es aber vorteilhaft.

Tischler und Techniker sei man als Orgelbauer zugleich, erklärt Johannmeier seinen Beruf, den er sowohl in seinem Büro in Bad Essen, als auch in seiner Werkstatt in Levern ausübt. Zusätzlich ist Johannmeier Organist, was ihm insbesondere beim Stimmen der Instrumente zu Gute kommt. Neben einer neu gestimmten Orgel bekommt die Tonnenheider Kirche eine höhenverstellbare Kirchenbank.

Die Kosten belaufen sich laut Mathias Johannmeier auf eine fünfstellige Summe, die die Kirchengemeinde mit Unterstützung des Kirchenkreises trägt. Beim Erntedankgottesdienst am Sonntag, 6. Oktober, soll die Orgel wieder erklingen. Dann wird Paul Knizewksi präsentieren, dass sich auch der Klang des Instruments durch die Arbeiten verändert hat – „frischer und klarer“ wird der Ton sein, und die hellen und teilweise schrillen Klänge verwandelt Johannmeier durch die Reinigung in warme Töne. Bis dahin wird eine transportable Orgel bei den Gottesdiensten genutzt.

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