Historische Aufführung in der Kirche

Mord und Weihe auf der Bühne

Klatsch und Tratsch: Auf dem Markt geht das Gerücht um, dass es Zank und Streit zwischen zwei Rittern gibt. Die Wahrsagerin (Kerstin Speckmeier, 2. v. r.), ahnt nach einem Blick in die Glaskugel nichts Gutes.

Levern - (SoR) · Der Tod eines Ritters vor dem Altar und der Kirchenneubau – beides ist historisch belegt. Mord, Markt und Weihe der neuen Kirche konnten die Besucher jetzt bei einem Historienspiel des Heimatvereins in der Stiftskirche Levern miterleben. Geschichte auf möglichst interessante Weise zu transportieren, haben sich die Leverner als Ziel gesetzt.

Lateinische Chorgesänge füllen den Altarraum der Kirche. Es riecht nach Weihrauch. Klänge von Laute und Schalmei untermalen das bunte Markttreiben. Da fällt die Zeitreise in das Mittelalter leicht. Aber nicht immer friedlich war es in der Zeit. Streit, Zank und Missgunst gab es auch. In seiner inzwischen fünften Inszenierung greift der Heimatverein Levern eine Auseinandersetzung aus dem Ende des 15. Jahrhunderts auf.

Die Mönnichs, die zu der Zeit auch die Ellerburg in Fiestel bewohnten, und die von dem Bussche aus dem Bistum Osnabrück, die auf der Ippenburg im heutigen Bad Essen residierten, waren im Mittelalter nicht immer gute Nachbarn. Auseinandersetzungen um Grundstücksnutzungen und Steuerpflichten der Einwohner gipfelten in einem Tötungsdelikt. 1475 erstach – so ist es überliefert – Ritter Harduin von Mönnich vor dem Altar der Leverner Kirche den Ritter Albert von dem Bussche. Das neue Gotteshaus wurde um 1480 durch den damaligen Bischof Heinrich III von Schaumburg geweiht.

Die geschickte Aufteilung des Stücks, mit der Weihe der neuen Kirche zu beginnen, dann rückblickend Markt und Mord darzustellen, um schließlich die Kirchweihe zu vollführen, sorgte für einen guten Spannungsbogen. In der unterhaltsamen Marktszene agierten besonders ausdrucksstark als Wahrsagerin Kerstin Speckmann und als Markfrau Ulrike Tönsing, beide bekannt auch von den „Tortenspitzen“.

Dem Publikum gefiel das kurzweilige Historienspiel von Thomas Horst. Davon zeugte der lang anhaltende Applaus am Ende des Stücks. Über das „wundervolle Zusammenspiel verschiedener Gruppen“ freute sich die Vorsitzende des Heimatvereins, Ingrid Hölscher. Damit meinte sie nicht nur die Akteure und den Projektchor, sondern auch alle hinter den Kulissen Wirkenden sowie die Damen des Handarbeitskreises, die im Gemeindehaus Kaffee und Kuchen anboten. Eintritt wurde nicht erhoben, im Anschluss an die Vorstellung konnte für die Sanierung der Innenräume des Heimathauses gespendet werden.

Mitgewirkt haben Hartmut Kämper (Bischof Heinrich von Schaumburg), Anneliese Fischer (Äbtissin von Westorp), Thomas Horst (Autor und Priester), Christel Bade (Priorin), Christof Müller (Albert von dem Bussche), Joern Spreen-Ledebur (Harduin von Mönnich), Friedrich Horst und Sebastian Nobbe (Messdiener), Kerstin Speckmeier, Ulrike Tönsing, Jutta Müller, Karl Hölscher, Uwe Grötemeier und Gerd Tegtmeyer (Volk auf dem Markt), Heinrich Rust (Sprecher) und ferner der Projektchor unter der Leitung von Olga Rust, Ingrid Hölscher (Regieassistenz), das Team um Guido Niestrath (Technik), Christian Grewe (Musik) und Kerstin Windhorst (Maske).

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