Stemweder sammeln Anregungen für das Leben in der Gemeinde

Mitbürger halten und holen

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Reger Austausch prägte den Stemweder Treff. Diskussionspunkt war die Imagepflege der Gemeinde, die auch Jürgen Schenke, Christian Klostermann, Luise Lahrmann, Karin Klanke, Claus-Michael Hacker und Theodor Frenzel (v.l.) beschäftigt. ·

Wehdem - Dass es in Stemwede weitergeht, ist Jürgen Schenke wichtig. Deshalb fand er sich gemeinsam mit 15 weiteren Bürgern am Dienstagabend im Life House ein. Dorthin hatte der Stemweder Treff zu einer öffentlichen Zusammenkunft aller eingeladen, die sich um das Image der Gemeinde bemühen wollen.

Das Treffen, das von Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier und Annette Kröger geleitet wurde, stand unter der Fragestellung „Womit weckt man Interesse für Stemwede als Wohn-, Lebens- und Arbeitsort?“ und schloss an eine vorherige Zusammenkunft des Treffs an. In dieser hatten die Beteiligten aufgezeigt, was ihnen an ihrem Wohnort gefällt, aber auch fehlt oder verändert werden kann.

Zu Beginn stellte Sabine Denker das Projekt „Grün statt Grau“ vor. „Alle Fachbereiche sind an der Planung beteiligt“, erklärte Stemwedes Gleichstellungs- und Tourismusbeauftragte, während sie die Entwürfe des Flyers präsentierte, in dem prägnant die Baugebiete, Freizeitmöglichkeiten und Arbeitsplätze beschrieben werden. Außerdem wurden für diese Werbemaßnahme Bürger befragt, „warum sie gerne Landeier sind“. Im Rahmen der Entwicklung für das Projekt solle auch noch ein Leerstandsmanagement entworfen werden, so Denker.

Mit der Broschüre wolle man Neubürger werben und das neue Förderkonzept für den Immobilienmarkt vorstellen. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept für Stemwede“, ist sich Denker sicher, denn man müsse weit weg vom „Kirchturmdenken“.

Diesem Aspekt stimmten die Anwesenden zu, denn oft würden sich die Bürger zwar mit ihrer Ortschaft, jedoch nicht mit Stemwede als Ganzes identifizieren. „Stemwede liegt in den Köpfen der Leute im toten Winkel“, sagte Claus-Michael Hacker aus Oppenwehe, der nach eigener Aussage wegen der dörflichen Ruhe nach Stemwede gezogen ist. Hacker war zuletzt als kritischer Nachbar der geplanten Diskothek „Heiden-Reich‘s Pleasuredome“ öffentlich in Erscheinung getreten.

Annette Engelmann, Vorsitzende des Vereins Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede, regte an, dass das Wissen über Aktivitäten der einzelnen Ortschaften stärker untereinander ausgetauscht werden müsse. So würden die Bewohner auch erfahren, was im Nachbarort für Angebote bestehen würden.

Neue Wege der

Information

„Noch wichtiger als neue Bürger nach Stemwede zu holen, ist es, die Bewohner hier zu halten“, unterstrich Sabine Denker. Um dies zu erreichen, müssen man eventuell auch neue Wege beschreiten und Internetauftritte wie eine Facebook-Seite oder ein elektronisches Bürgerbeteiligungsportal anbieten. „Dort können Infos schnell weitergegeben und auch Meinungen erfragt werden“, zählte Denker die Vorteile der modernen Technik auf. Ein Oppenweher Bürger plädierte eher für den traditionellen Weg des Informationsaustausches.

Der Stemweder Treff ist eine Gruppe von aktiven Bürgern, die sich für ihre Gemeinde einsetzen. „Ich finde es interessant, auch außerhalb der Behörde Ansichten und Anregungen zu bekommen“, begründete Sabine Denker ihr Kommen.

Erklärtes Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Stemwede nach außen positiv darzustellen und Imagepflege für die Ortschaften zu betreiben. Außerdem dienen die Treffen dem Gedankenaustausch – auch der verschiedenen Generationen und Zielgruppen. Als Veranstaltungstermin soll sich der letzte Dienstag eines Monats etablieren, wobei das nächste Treffen erst auf Dienstag, 29. Januar 2013, terminiert wurde. Dann soll es um Wohnmöglichkeiten für Mitarbeiter von Stemweder Firmen gehen.

Viele Themen wurden im Life House ausführlich besprochen. Gemeindeheimatpfleger und Moderator Klaus Winkelmeier entschied deshalb, sich zunächst auf einen Schwerpunkt zu konzentrieren und diesen mit Leben zu füllen. Da es auf lange Sicht auf Zuzüge nach Stemwede ankomme, einigten sich die „Treffler“ am Dienstag darauf, sich an die Firmen vor Ort zu wenden.

Gezielt sollen dort die Mitarbeiter befragt werden, die täglich von außerhalb in die Flächengemeinde pendeln. Laut des Kommunalprofils für Stemwede sind unter den insgesamt in der Flächengemeinde beschäftigten 5 830 Personen 3 830 Einpendler. Dem stehen 3 196 Auspendler gegenüber. Es pendeln also 634 Personen mehr nach Stemwede ein als aus.

„Es sind eigentlich nur zwei Fragen zu beantworten“, erklärte Wilhelm Riesmeier vom SPD-Gemeindeverband sein Konzept für einen Umfragezettel, der mit der Lohnabrechnung an die entsprechenden Mitarbeiter herausgegeben werden soll. „Erstens müssen wir wissen, warum die Leute nicht in Stemwede wohnen, obwohl sie hier arbeiten. Und dann sollen sie uns mitteilen, was sich ändern muss, damit sie sich für genau diese Option entscheiden.“

Wenn die Umfragen dann im weiteren Verlauf des Projekts ausgewertet worden sind, soll ein entsprechender Flyer – ähnlich wie ihn Sabine Denker während der Zusammenkunft des Stemweder Treffs vorstellte – verteilt werden, um die Leute anzuziehen und zum Wohnen in einer der 13 Ortschaften Stemwedes zu bewegen.

Bis zum nächsten Stemweder Treff im Januar 2013 wollen die engagierten Bürger mit Vertretern und Personalleitern ausgewählter Firmen sprechen. „Wir fühlen erstmal vor, wie die Meinung so ist“, betonte Winkelmeier und hofft, beim nächsten Treffen, auch einige Personalleiter begrüßen zu dürfen. · abo

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