Am Dienstag wird Flachs geerntet

„Mit einem Ruck rausziehen…“

Magdalene Kottenbrink (rechts) und Hilde Griepenstroh treffen sich am kommenden Dienstag um 14 Uhr auf dem Kleinfeld des Museumshofes zur Flachsernte.

Rahden - Die langjährige ehrenamtliche Museumshofleiterin Magdalene Kottenbrink und Hilde Griepenstroh ernten am kommenden Dienstag (27. Juli) ab 14 Uhr auf dem kleinen Feld des Rahdener Museumshofes Flachs. Männliche Unterstützung erhalten sie von den Ehrenamtlichen Herbert Engel und Siegfried Strunk.

Flachs wird nicht wie das Getreide gemäht, sondern mit den Wurzeln aus dem Boden gezogen und gerauft, damit die wertvollen Fasern im Innern des Stängels nicht beschädigt werden. „Mit einem Ruck rausziehen, damit keine Erde an den Wurzeln bleibt“, gibt Magdealene Kottenbrink einen wichtigen Tipp für den bevorstehenden Erntetag.

Mit dem Anbau von Flachs führt das ehrenamtliche Museumshof-Team die alte Tradition des Rahdener Landes fort – als noch überall auf den Feldern die blaue Blüte dieser Pflanze zu sehen war und Bauer, Bäuerin, Mägde, Knecht und Kinder von der Aussaat am 100. Tag im Jahr bis zur Ernte nach weiteren 100 Tagen mühsam mit dieser lebenswichtigen Kulturpflanze beschäftigt waren.

Flachs, auch Lein genannt, ist eine Pflanze, die Fasern und Öl liefert. Nach dem Raufen und Trocknen auf dem Felde wird zuerst geriffelt – die Samenkapseln werden auf einem „Riffelbalken“ entfernt. Anschließend kommt der Flachs in die Rötekuhle (Nassröster) oder er wird auf einer Wiese ausgebreitet (Tauröste). Fäulnisbakterien sorgen dafür, dass der Pflanzenkeim zerstört wird, der die Faser mit dem Holzteil der Pflanze verkittet. Feuchtes warmes Wetter beschleunigt die „Röste“.

Nach dem Trocknen kann mit dem Brechen (Boken) begonnen werden. Dieses geschieht mit Handbrechen oder durch die Stampfer der Rossmühle. Der Museumshof Rahden verfügt über alle Geräte der Flachverarbeitung und zeigt sie in einer Ausstellung im Lütken Hus. Die Rossmühle, auch Bokemühle genannt, hat neben dem Schrotgang für Korn auch einen Bokegang, um den Holzteil des Flachsstängels zu brechen.

Die Rossmühle wird an den beiden nächsten Aktionstagen am 22. August und 10. Oktober wieder zu jeder vollen Stunde in Betrieb genommen.

Interessierte Besucher sind am Dienstag zur Flachsernte natürlich willkommen.

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