Taufprojekt „Mit Kindern neu anfangen“ hat in drei Jahren bereits weite Kreise gezogen / Christsein neu entdecken

Miniclub, Kinderdisco und Jugendkeller

Kontakte fördern, Mütter entlasten: Betreute Spielgruppen wie die neugegründete in Pr. Ströhen sind im Kirchenkreis keine Seltenheit mehr.Fotos (4): Schubert

Rahden - PR. STRÖHEN/ALTKREIS LÜBBECKE (Art) · „Ich bin als Kind schon da reingewachsen.“ Angelique Person ist fünfzehn und seit ihrer Kindheit fest in der Pr. Ströher Kirchengemeinde verankert. Der Besuch des evangelischen Kindergartens und der Grundschule sowie die Teilnahme an Kindergottesdiensten und Treffen des Kinderclubs haben ihr ein Wohlfühlgefühl vermittelt, dass sie dazu veranlasst, selbst bei Veranstaltungen für jüngere Menschen aktiv zu werden.

       Nicht nur Mitmachen, sondern eigene Ideen einbringen, die Kinder begeistern. Mitstreiter suchen, die sie unter anderem in dem sechzehnjährigen Chris Heckert fand. Gemeinsam mit Pfarrerin Sigrid Mettenbrink haben insgesamt fünf Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren das christliche Leben für die jungen Gemeindemitglieder neu aufgerollt. Hinter dem Begriff „Kinderdisco“ verbirgt sich mehr als nur Party-Stimmung im Jugendkeller. Spiele, Gespräche und weitere Aktionen sorgen dafür, dass nicht nur der Jugendkeller sich einer großen Beliebtheit erfreut.

Knapp drei Jahre ist es her, seit das Taufprojekt „Mit Kindern neu anfangen“ der evangelischen Landeskirche im Kirchenkreis startete.

Ein Symbol die Taufe des kleinen Jarne Bollhorst, der von Präses Alfred Buß in der Pr. Ströher Immanuelkirche im Beisein von rund 400 Kindern in die Gemeinde aufgenommen wurde. Seitdem hat sich im Kirchenkreis Lübbecke viel getan. Auch in den Rahdener und Stemweder Gemeinden hat die „Aufbruchstimmung“ in puncto „den Nachwuchs schon früh für das Gemeindeleben begeistern“ neue Akzente gesetzt.

Eine Vorreiterstellung nimmt beispielsweise die Schulkindbetreuung 13+ in Pr. Ströhen ein, die von der Kirchengemeinde getragen wird. Ein Modell, um Familien ein „Rundum-Sorglos-Paket“ zu bieten, wo die heutzutage leeren Kassen der Städte und Gemeinden keine Lösung bieten. Berufstätige Eltern wissen in der Schulkindbetreuung ihre Kindern auch über die sechste Unterrichtsstunde bis in die Nachmittagsstunden gut betreut. Für den Kindergarten noch zu klein, doch den Jüngsten erste Möglichkeiten sozialer Kontakte unter Gleichaltrigen zu ermöglichen, dazu gleichzeitig eine Entlastung für die Mütter schaffen, die in der Elternzeit immer noch vorrangig in ihrem Beruf aussetzen.

Die Pr. Ströher Gemeinde hatte schon länger mit diesem Gedanken gespielt, nach den Herbstferien wurde der Versuch gestartet. Wie es geht, erfuhr man im Erfahrungsaustausch mit der Krabbelgruppe der Kirchengemeinde Rahden. Die Gemeinden „befruchten“ sich in dieser Hinsicht gegenseitig.

Kinderzimmerkirche, Kinderdisko, Kindergarten- und Schulgottesdienste, Konfirmandenunterricht in der dritten Klasse, Lesenächte, offene Jugendkeller, Videogruppe, Konfi-Camp, Kinderbibelwochen, Vater-Kind-Freizeiten, Pizzeria für Tansania und nicht zuletzt die Bläser- und Gitarrenkreise – die Liste der Angebote ist attraktiv und vielfältig und wird sehr gut frequentiert. Angebote, die signalisieren: „Kirche hat heutzutage nicht mehr vorrangig etwas mit angestaubten Gottesdiensten und dem Rezitieren antiquierter Bibeltexte zu tun.“ „Kirche von heute lebt, bietet schon den Kleinsten erste Kontakte in der Gruppe und steht für die Eltern unterstützend und entlastend bereit“, so das Pr. Ströher Pfarrer- Ehepaar Sigrid und Roland Mettenbrink, das in nicht unerheblichem Maße bei der Umsetzung des Konzeptes im Kirchenkreis beteiligt war. „Ob allein erziehend oder sozial schwächer gestellt, ob in guten Zeiten oder bei Sorgen und Nöten, die Gemeinde ist als Anlaufstelle immer für die Menschen da. Immer mehr Kindergärten schlossen sich zu Familienzentren zusammen, die sich umfassend um die Belange von Eltern und Kindern kümmern, mit Fachangeboten und sachkundiger Beratung, ein Zeichen, dass Kirche für die Kleinsten neu angefangen hat.

„Da Kinder- und Jugendarbeit in unserem Kirchenkreis eine lange Tradition besitzt, war ich froh, als das Projekt „Mit Kindern neu anfangen“ in unseren Kirchenkreis kam“, so Superintendent Dr. Rolf Becker. „Da wird das Augenmerk ganz besonders auf die kommenden Generationen gerichtet.“ In Zusammenarbeit mit engagierten Pfarrern und Mitarbeitern des Kirchenkreises wurden in diesem Jahr zwei große Veranstaltungen möglich. „Überwältigend die Mäusebrötchenaktion „Lasst uns nicht hängen“, beeindruckend auch der Kindertag in Schnathorst“, blickt Becker zurück. Zudem seien die Gemeinden mit vielen Aktionen, Musicals, Kinderbibelwochen, Tauferinnerungsgottesdiensten und Freizeiten für Kinder und Jugendliche auf dem richtigen Weg, dass Kinder im Lübbecker Land Christsein neu entdecken und erleben lernen.

Und dass die Kinder dem Glauben und ihrer Gemeinde treu bleiben, zeigt das Engagement der Jugend für die Jugend. Wie bei Angelique und Chris. „Mit Kindern neu anfangen“, ein Projekt, das auch im nächsten Jahr mit neuen Ideen und Aktionen aufwarten wird.

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