Mühlenkreiskliniken bilden ab Sommer Notfallsanitäter aus

Schnelle Hilfe im Notfall

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Die Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken bietet ab Sommer den Ausbildungsgang zum Notfallsanitäter an. Dr. Gunter Veit (v.l., ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Minden-Lübbecke), Rüdiger Haupt (Fachlehrer an der Akademie für Gesundheitsberufe), Oliver Neuhaus (Direktor der Akademie), Jörg Nahrwold (stellvertretender Direktor der Akademie) und Timo Wolff (Fachlehrer an der Akademie) stehen hinter diesem Konzept.

Minden-Lübbecke - Egal wann oder wo ein Notfall geschieht – zwischen dem Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes können wichtige Minuten vergehen. Zeit, in der der Rettungsdienst nicht alle Therapiemöglichkeiten nutzen kann. Um den Ersthelfern künftig mehr Handlungsspielraum zu geben, bietet die Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken (MKK) in Minden ab Sommer die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter an.

Im August beginnt die Ausbildung zum staatlich anerkannten Notfallsanitäter, der zukünftig mit dem Notarzt das Rückgrat des Rettungsdienstes bilden wird und im Vergleich zum derzeitigen Rettungsassistenten erweiterte Kompetenzen besitzt, informieren die Mühlenkreiskliniken in einer Pressemitteilung. „Wir freuen uns, an unserer Akademie den insgesamt neunten Ausbildungsberuf anbieten zu können“, sagt Oliver Neuhaus, Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe.

Schon 2013 trat laut Mitteilung bundesweit das neue Notfallsanitätergesetz in Kraft. Ziel darin ist, jedem Bürger in medizinischen Notfällen Hilfe auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zu bieten. Um dies gewährleisten zu können, wurde der Beruf des Notfallsanitäter geschaffen. Besteht in dem Intervall zwischen Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes eine unmittelbare Gefahr für den Patienten, kann der Notfallsanitäter zukünftig Maßnahmen ergreifen, um Schaden abzuwenden.

Ein alltägliches Beispiel ist die sogenannte Schmerztherapie, die bislang nur von Notärzten ausgeführt werden durfte. Findet der Rettungsdienst einen Patienten mit einem schmerzenden Knochenbruch vor, musste bislang auf das Eintreffen des Notfallmediziners gewartet werden, bis ein Schmerzmittel verabreicht werden durfte. Nach Vorgabe des ärztlichen Leiters des Rettungsdienstes kann in Zukunft auch ein Notfallsanitäter das Medikament selbstständig zuführen.

„Umso früher wir die Schmerzen lindern können, desto besser“, sagt auch Dr. Gunter Veit, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Minden-Lübbecke. „Die Verhinderung von Schmerzen kann auch bedeuten, dass wir Folgeschäden für den Patienten vermeiden.“ Der langjährige Notarzt steht hinter der Einführung des Notfallsanitäters. „Die verbesserte Ausbildung und die erweiterten Kompetenzen des Notfallsanitäters werden die tägliche Arbeit im Rettungsdienst deutlich verbessern“, ist Veit überzeugt.

Laut Rettungsgesetz NRW muss ab 2026 ein Notfallsanitäter zur Besatzung jedes Rettungswagens gehören. Auch die Fahrer des Notarzt-Einsatzfahrzeugs, mit dem der Notfallmediziner zur Einsatzstelle gebracht wird, muss ab diesem Zeitpunkt ein Notfallsanitäter sein. „Daher bieten wir schon ab diesem Frühjahr Ergänzungslehrgänge für den berufserfahrenen Rettungsassistenten an, um das Examen zum Notfallsanitäter aufgrund einer langjährigen Berufserfahrung durch Verkürzung der Ausbildungszeit zu erlangen“, informiert Timo Wolff, Notfallsanitäter und Ausbilder an der Akademie für Gesundheitsberufe.

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