Finanzminister besucht auf Einladung von Steffen Kampeter den Mühlenkreis

Schäuble beklagt mangelnde Solidarität mit Flüchtlingen

Finanzminister Wolfgang Schäuble (l.) war auf Einladung seines ehemaligen Mitarbeiters Steffen Kampeter Redner bei dem 51. Mühlenkreisgespräch im Mindener Stadttheater. - Foto: Knickmeyer

Minden - Zum 51. Mühlenkreisgespräch hatte CDU-Bundestagsabgeordneter und Ex-Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter seine Trumpfkarte herausgeholt, bevor er seinen Job als Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes beginnt: Auf Initiative von Kampeter und Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung gab Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble im Mühlenkreis seine Visitenkarte ab.

„Deutschlands Zukunft in Europa“ hieß das Motto des Abends. Ort war das Mindener Stadttheater, welches mit über 500 Besuchern mehr als gut gefüllt war. Wer Schäuble aus den Medien als stets leicht muffeligen Bürokraten kennt, war überrascht. Mit seiner unnachahmlichen schwäbischen Art gewann er rasch die Herzen der Zuhörer. Versteckter Witz, Ironie und manchmal eine Spur von Sarkasmus. Schäuble ist ein alter Fuchs im Politgeschäft und kann gut unterhalten.

Deutlich merkte man dem Minister an, dass er aus der Ära Kohl stammt: Ein überzeugter Europäer durch und durch, manchmal wirkte er jedoch wie ein Rufer in der Wüste. Wolfgang Schäuble erinnerte an die großen friedlichen Errungenschaften, die Europa gebracht hat. Finanzen waren in seiner Ausführungen eher ein Randthema, er hat den Blick auf das Große Ganze. Er hatte auch eine Erklärung für die politischen Verwerfungen in Europa: „Die Menschen sind wegen der Geschwindigkeit der Veränderungen verunsichert!“ Beklagenswert fand Schäuble die mangelnde Solidarität der G7-Staaten mit den Flüchtlingsbewegungen.

Auch als Innenminister prägte er lange Deutschland mit, so kam dann auch die Innenpolitik zur Sprache. Nach seinem gut 45-minütigen überaus kurzweiligem Statement befragte ihn sein ehemaliger engster Mitarbeiter Steffen Kampeter teils auch zu privaten Dingen. Hatte sich Kampeter vielleicht irgendwann einmal ausgerechnet, Nachfolger von Schäuble zu werden? Immerhin fragte er seinen ehemaligen Chef, was ihn denn mit über 70 immer noch umtreibe, sich in der Politik aufzureiben, wo er doch auch andere Hobbys wie Kultur habe. „Ich kann doch nicht jeden Tag in der Oper sitzen?“ Und außerdem hätten die morgens sowieso geschlossen. Gefragt nach dem unermüdlichem Engagement, welches er besitze, gab Schäuble dem Mindener zurück: „Sie sind doch auch so einer wie ich!“ - vk

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