Reaktion auf Attacke von Fußball-Fans / Mitglieder wollen Videoüberwachung im Bahnhof

Polizeigewerkschaft fordert Sicherheitskonzept

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Mediengruppe Kreiszeitung

Minden-Lübbecke - Annähernd 100 zum Teil vermummte Anhänger von Borussia Dortmund haben am vergangenen Sonnabend auf dem Bahnhof in Minden zehn Polizisten – darunter einen Diensthundeführer – der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke attackiert und mit Bierdosen und Flaschen beworfen (wir berichteten). Die in die Defensive gedrängten Polizisten setzten sich massiv mit Reizgas und Schlagstöcken zur Wehr. Als Reaktion darauf fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Minden-Lübbecke nun ein neues Sicherheitskonzept.

Bei dem Vorfall war laut einer Mitteilung der GdP keine Bundespolizei vor Ort, keine Polizeibegleitung im Zug und auch keine Videoüberwachung am Bahnhof – „damit haben die wenigen Beamten der Landratsbehörde Minden-Lübbecke die Folgen des Personalmangels bei der Bundespolizei auffangen müssen“.

„Letztlich ist es wieder mal nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass die eingesetzten Polizisten unverletzt blieben und dass auch anderen Reisenden nichts zugestoßen ist. Dieser Vorfall ist beispielhaft, zeigt er doch, dass es auch bei als unproblematisch eingestuftem Fußballreiseverkehr jederzeit zu Ausschreitungen kommen kann. Und es ist nicht die Frage ob, sondern wann es zu schlimmeren Folgen für die eingesetzten Polizeikräfte wie auch für unbeteiligte Reisende kommen wird“, so die Kritik der GdP.

Weiter heißt es: „Nach Kenntnis der Gewerkschaft der Polizei Minden-Lübbecke sind bei der Bundespolizei im Bereich NRW lediglich zwei Drittel der vorhandenen Planstellen besetzt. Das hat zur Folge, dass sich der Bund von der polizeilichen Betreuung am Bahnhof Minden zurückgezogen hat, obwohl Minden ein Umsteigebahnhof für reisende Fußballfans aus der ganzen Republik ist.“ Man habe ein Ranking aufgestellt, bei dem Minden hinten anstehe. Die Polizeigewerkschaft verweist jedoch auf einen Bericht der Bild-Zeitung, nachdem der Mindener Bahnhof „zu den gefährlichsten Orten im deutschen Fußball“ gehöre.

Die Kreispolizeibehörde, die laut GDP ohnehin durch starke Überalterung und erheblichen Personalabbau geprägt sei, könne diese Belastung auf Dauer nicht ausgleichen. Da nutze auch die gelegentliche Präsenz der Bundespolizei in Minden anlässlich von Hochrisiko-Spielen nicht viel. Unverständlich ist aus Sicht der GdP zudem, dass die Deutsche Bahn nicht bereit sei, an dem Bahnhof Minden eine Videoüberwachung zu installieren. Damit bestünde für künftige Opfer von aggressiven Fußballanhängern zumindest eine Chance, dass die Täter ermittelt werden könnten.

Die Gewerkschaft der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke fordert zum Start der Bundesliga-Saison ein neues Sicherheitskonzept unter Einbeziehung des Bahnhofes Minden einschließlich einer Videoüberwachung. Die GdP des Kreises sieht dabei „in allererster Linie die Bundespolizei und die Deutsche Bahn in der Pflicht“.

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