Park-Tester im Norden

Klein aber fein: Potts Park in Minden

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Die Fahrgeschäfte in Potts Park gehören zu den eher gemütlicheren Vertretern ihrer Art. Auch die Mini-Achterbahn Potts Blitz ist durchaus für Kinder im Vorschulalter geeignet.

Minden - Von Michael Walter. Potts Park gehört mit etwa 15 Hektar Gesamtfläche und 200.000 Besuchern im Jahr zu den kleineren Freizeitparks in Deutschland (zum Vergleich: Der Europa-Park Rust ist fast siebenmal so groß und hat 25-mal so viel Besucher). Dafür ist er einer der ältesten: 1969 wurde er am Fuß des Wiehengebirges auf dem Gelände eines stillgelegten Eisenerz-Bergwerks im Mindener Ortsteil Dützen gegründet und ist seitdem in Familienbesitz.Tester sind heute die zehnjährigen Zwillinge Isabel und Eric.

Die Anlage

Das Areal ist übersichtlich und gut ausgeschildert. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Der Altbestand an Gebäuden aus der Bergwerk-Zeit ist hübsch zurechtgemacht und optisch ansprechend. Weniger Charme hat dagegen die uneinheitliche Gestaltung von Wegen und Plätzen, die mitunter etwas trist und lieblos wirkt.

Was gibt‘s zu erleben?

Selber machen ist Trumpf in Potts Park. Das gilt auch in den Fahrgeschäften. Viele davon muss man mit Muskelkraft betreiben, und in fast allen anderen kann man zumindest steuernd einwirken. Das Personal ist freundlich und achtet aufmerksam auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen. Es gibt verschiedene Schienenbahnen, Karussells und Rutschen. Die meisten fallen unter die Rubrik „bewährtes Material“ und haben schon etliche Jahre Betriebszeit auf dem Buckel.

Unsere Parktester Isabel und Eric gehören mit zehn Jahren nicht mehr zur eigentlichen Zielgruppe des Parks. Trotzdem lautet ihr Urteil „Daumen hoch“ – und das nicht nur für Eis und Crêpes, sondern auch für Fahrgeschäfte und Spielmöglichkeiten.

Ganz bewusst verzichten die Parkbetreiber auf die Jagd nach Größen- und Geschwindigkeitsrekorden – allein schon aus finanziellen Gründen. Dadurch sind aber alle Fahrgeschäfte auch für kleinere Kinder geeignet. Gleich im ersten bleiben wir stecken! Im Turbo-Drachen hat die Gondel vor uns eine Panne und die Anlage schaltet ab. Nach zehn Minuten hat der Techniker die Sache im Griff und es geht weiter. Nicht besonders schnell und nicht besonders steil. Aber die frei an einem Schienengestell hängenden Gondeln pendeln in den Kurven mächtig aus, und bei 45 Grad Schräglage kommt durchaus ein bisschen Fluggefühl auf. Testurteil: Ganz okay, aber auf Grund der Panne nur ein „na ja...“

In der Ausstellung „Terra Phänomenalis“ kann man selber zum Spiegelbild in einem Kaleidoskop werden.

Begeistern können unsere Tester sich dagegen für die „Terra Phänomenalis“. Das ist eine Ausstellung, in der die Besucher auf spielerische Art Naturgesetze und Physik erleben können. Vom subjektiven Temperaturempfinden über das Flaschenzug-Prinzip und statische Elektrizität bis hin zur optischen Täuschung. Und zu jedem Thema laden mehrere Stationen zum Ausprobieren und Experimentieren ein. Es gibt sogar ein kleines Spiegel-Labyrinth. Testurteil: super, klasse, mehr davon!

Gleich nebenan bietet ein großer überdachter Spielplatz reichlich Gelegenheit für jüngere Kinder, sich auszutoben. Auch die Mini-Achterbahn Potts Blitz ist eher für kleinere Kinder interessant.

Pluspunkte sammeln bei Eric und Isabel die Moorbottich-Bahn und die Schwebebahn, die beide nach dem Tretboot-Prinzip funktionieren, und Isabel kann sich für das JoJo begeistern, eine Mini-Ausgabe der Freifalltürme, wie man sie von großen Jahrmärkten her kennt.

Essen, Trinken und das Gegenteil

Es gibt auf dem Gelände mehrere SB-Restaurants und Kioske. Preise und Qualität sind auf oberem Imbiss-Niveau, die Portionen sind reichlich. Für vier Personen kommen an einem Nachmittag schnell 50 Euro oder mehr an Nebenkosten zusammen. Besucher können aber Essen und Getränke auch selbst mitbringen. Und es gibt die Möglichkeit, Grillhütten zu reservieren.

Die Toiletten sind sauber, es gibt kindgerechte „tiefergelegte“ WCs, Waschbecken und Handtrockner.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Von März bis September ist Potts Park von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im Oktober ist um 17.30 Uhr Feierabend. Einlass ist in der Regel bis eine Stunde vor Schluss. Erwachsene und Kinder ab zwölf zahlen 19,50 Euro, Kinder bis zwölf und Senioren ab 60 zahlen 17,50 Euro und Kinder unter drei haben freien Eintritt.

Fazit

Potts Park ist ideal für Familien mit Kindern im Vorschulalter. Auch ältere Geschwister finden dort etwas, das auch ihnen Spaß macht, sind aber nicht die eigentliche Zielgruppe. Wer das berücksichtigt, kann sich dort hervorragend amüsieren.

Link zu Potts Park

Hintergrund zur Serie:

In lockerer Folge testen wir Erlebnisparks in der Region zwischen Osnabrück und Hamburg. Dabei besuchen wir verhältnismäßig kleine Parks genauso wie große Freizeitparks oder Zoos und veröffentlichen unsere Eindrücke anschließend in der gedruckten Zeitung und im Internet auf kreiszeitung.de.

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