Opfer sagt vor Bielefelder Landgericht aus

61-Jährige leidet bis heute unter Überfall

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Mediengruppe Kreiszeitung

Minden/Bielefeld - Vor dem Bielefelder Landgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen sieben junge Männer im Alter von 17 bis 21 Jahren fortgesetzt worden, die in wechselnder Besetzung im Mindener Raum eine Vielzahl von Straftaten begangen haben sollen. Drei der Angeklagten hatten laut Anklage im Dezember des vergangenen Jahres eine 61-jährige Frau in ihrer Wohnung überfallen und in den Keller gesperrt. In der Verhandlung berichtete die Überfallene nun von den Ereignissen jenes Tages.

Am 23. Dezember 2014 sei sie gegen 13.30 Uhr vom Einkaufen nach Hause zurückgekehrt. Plötzlich habe es geklingelt. Durch die Milchglasscheiben der Haustür habe sie einen Mann erkannt und geöffnebt. „Ich sah in eine weiße Maske und einen grauen Kapuzenpulli“, berichtete das Opfer weiter. Dann habe sie zwei weitere Männer sowie eine Pistole in der Hand des Klingelnden wahrgenommen. Sie habe nur gedacht, „das ist nicht gut“, sagte die Zeugin, „ich versuchte, die Tür zu schließen, doch der Mann drückte sie auf“.

Die Täter gelangten dadurch ins Haus. Der Erste habe gefragt, ob sie alleine zu Hause sei und ihr gesagt, wenn sie still sei, werde nichts geschehen, berichtete sie. Der Mann befahl der verängstigten Frau, sich zu setzen und die Wand anzuschauen. „Er fragte, wo die Autoschlüssel seien“, erinnerte sich die 61-Jährige. Nach ein paar Minuten habe sie eine weitere Frage gehört: „Wie geht das Garagentor auf?“ Sie habe den Männern erklärt, wie das Tor zu öffnen sei. Dann habe einer der Täter ihre Hände mit Kabelbinder gefesselt und sie ins unbeleuchtete Treppenhaus zum Keller gesperrt.

„Dann saß ich da im Dunkeln“, berichtete die Zeugin, die auch heute noch unter den Folgen des Geschehens leidet. Nach einer Weile war es der Frau gelungen, sich zu befreien. Als sie aus der Wohnung keine Geräusche mehr hörte, öffnete sie die Tür. „Ich hatte solche Angst, dass davor noch jemand steht“, gab sie zu Protokoll. Doch die Täter waren mitsamt dem BMW ihres Opfers verschwunden. Auch war das Schlafzimmer durchsucht worden, es fehlte jedoch nichts. Das Opfer wollte die Polizei anrufen, doch war das Telefonkabel aus der Wand gerissen worden. Sie lief zu einer Nachbarin, die dann die Polizei verständigte. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt.

nmh

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