Polizei stellt Kriminalitätsstatistik vor

Einbrüche nehmen im Kreisgebiet zu

Minden-Lübbecke - „Es ist natürlich unsere Aufgabe, die Bürger zu schützen“, sagt Polizeidirektor Detlef Stüven. Doch mit Blick auf die Wohnungseinbrüche bereitet ihm diese Aufgabe Sorgen. Denn in diesem Bereich sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, auch wenn es bei anderen Komponenten wie Raubüberfällen und Autodiebstahl positive Zahlen zu vermelden gibt. Die Kreispolizeibehörde zog nun Bilanz über das vergangene Jahr und stellte die aktuelle Kriminalitätsstatisik vor.

Den Beamten der Kreispolizeibehörde wurden im vergangenen Jahr insgesamt 15 929 Delikte angezeigt. Es kam somit zu einer Senkung der angezeigten Straftaten um 1 162 (2014: 17 091), beziehungsweise um einen Rückgang von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diebstähle machen verglichen mit allen Delikten mit 49,46 Prozent den größten Bereich der Polizeiarbeit aus.

Kreisweit kam es zu 721 Wohnungseinbrüchen – und damit zu einer Steigerung um 14 Prozent (2014: 629 Einbrüche). Gerade die Anzahl der Tageswohnungseinbrüche ist enorm gestiegen (plus 26 Prozent). Hinzu kommt eine nicht genau zu bestimmende Anzahl von Einbrüchen, die aufgrund der unpräzisen Tatzeitangaben erfasst wurden, heißt es in der Statistik. In vielen Fällen nutzen die Täter die Abwesenheit der Eigentümer zur Tageszeit, um ungestört ihre Taten zu begehen, wissen die Beamten. Daher sei die Sicherung von Haus und Wohnung von großer Bedeutung – die Polizei bietet entsprechende Beratungen an.

m Rahmen der Ermittlungen wurde den Beamten zufolge deutlich, dass die Einbrüche vermehrt durch überörtliche Täter begangen wurden. Die Polizei des Kreises bekämpft den Wohnungseinbruch mit einem eigenen Konzept und stellte eine Ermittlungskommission ein, die sich aussschließlich mit Einbrüchen beschäftigte. Dieser erhöhte Personaleinsatz war erfolgreich, wie bei der Vorstellung des umfangreichen Zahlenwerks deutlich wurde: Sieben Täter wurden durch die Arbeit der Sonderermittler gestellt und teilweise zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Allerdings „ist die Größenordnung nicht auf Dauer zu halten“, bedauert Detlef Stüven. Die Ermittlungskommission sei zeitlich befristet und der Polizeibehörde würden zu wenig Beamte zur Verfügung stehen. „Wir haben hier zwar nicht Land unter, aber die Lage ist angespannt“, gibt Stüven zu.

Ein weiterer Aspekt bei den Diebstählen sind Straßenraubdelikte: Im vergangenen Jahr wurden bei der Polizei 52 solcher Straftaten angezeigt. Das sei das niedrigste Fallaufkommen der vergangenen fünf Jahre, urteilen die Beamten. Bevorzugtes Raubgut sind ihnen zufolge Bargeld und Handys.

Die Aufklärungsquote der Delikte insgesamt ging von 24,2 auf 17,5 Prozent zurück. Die Fallzahl der aufgeklärten Delikte war gegenüber dem Vorjahr um 802 (minus 8,73 Prozent) geringer. Die Zahl sank von 9 182 auf 8 380 Fälle. Damit erzielte die Polizei eine Aufklärungsquote von 52,61 Prozent, die gegenüber dem Jahr 2014 um 1,11 Prozentpunkte niedriger lag. Bei den Tageseinbrüchen, die laut Polizeidirektor Stüven zwischen 6 und 21 Uhr verübt werden, liegt die Quote sogar nur bei 14 Prozent.

Die sogenannte Häufigkeitszahl bei den Kriminalitätsfällen lag im Kreis Minden-Lübbecke im Jahr 2015 bei einem Wert von 5 151 (2014: 5 527). Die Häufigkeitszahl wird von den Statistikern benutzt, um das Verhältnis zwischen den Einwohnern und begangenen Straftaten auszudrücken. Damit lag das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, bei 5 151 Fällen pro 100 000 Einwohner.

Die meiste Kriminalität stellten die Beamten im vergangenen Jahr in der Kreisstadt Minden (40,69 Prozent aller Kriminalitätsfälle) sowie in Bad Oeynhausen (19,66 Prozent) fest. In Stemwede (2,67 Prozent) und Rahden (2,82 Prozent) gab es für die Polizei weniger zu tun. - abo

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