Berliner rast mit 190 km/h durch 70er-Bereich

Landstraße mit Autobahn verwechselt

Minden-Lübbecke/Berlin - Ein 48-jähriger Berliner hat die L 770 offenbar mit einer Autobahn verwechselt. Wie die Polizei jetzt mitteilt, raste er am Sonntag mit 190 km/h durch einen Bereich, in dem nur 70 Stundenkilometer erlaubt sind. Auch für einen erfahrenen Polizisten des Mindener Verkehrsdienstes, der die L 770 gegen 14 Uhr mit dem zivilen ProVida-Krad die L 770 im Bereich Petershagen in Richtung Wiedensahl befuhr, war das keine alltägliche Situation.

Im Rückspiegel erkannte er, wie ein VW-Geländewagen aus Richtung Lahde kommend zunächst augenscheinlich ohne ausreichenden Sicherheitsabstand hinter einem anderen Auto fuhr und an diesem in Höhe der Abfahrt zur L 772 vorbeizog. Nun beschleunigte der 48-jährige VW-Fahrer sein Gefährt immer mehr und näherte sich zügig dem Zweirad. Der Motorradpolizist befuhr zu dem Zeitpunkt einen mit 50 km/h beschilderten Streckenabschnitt. Diese Geschwindigkeit schien dem Raser nicht ausreichend zu sein, sodass er mit erheblich zu hoher Geschwindigkeit den Linksabbiegerfahrstreifen nutzte, um zügig an dem Motorrad vorbei zu kommen.

Im Bereich „Ilsebäumen“ wurde der VW auf circa 150 km/h beschleunigt. 100 km/h sind dort zulässig. Im anschließenden mit 70 km/h beschilderten Bereich, beschleunigte der Mann seinen Wagen weiter auf eine Geschwindigkeit von 190 km/h. Dies geschah trotz wiederholter Aufstellung des Verkehrszeichens mit 70 km/h-Beschränkung. Die gefahrene Strecke weist mehrere Kreuzungen auf, sowie den Hinweis Wildwechsel. Als der Motorradpolizist in einem günstigen Moment das Auto überholen und anhalten konnte, zeigte sich der aus Berlin stammende Fahrer überrascht über das zivile Motorrad. So ein Zweirad kannte der Großstädter noch nicht.

Die genaue Videoauswertung steht noch aus. Der Bußgeldkatalog endet für diese Ordnungswidrigkeit bei einer Geschwindigkeitsübertretung von über 70 km/h. Hier sind eine Bußgeldstrafe von 600 Euro, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot fällig. Aufgrund der Fahrweise und der erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitung kommt laut Polizei in diesem Fall eine „vorsätzliche Begehung“ zum Tragen. Dieses hätte eine erhebliche Erhöhung des Bußgeldes zur Folge.

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