Kriminalpolizei wird 2017 in Minden zentralisiert

Einsatzfähigkeit im Altkreis soll erhalten bleiben

Die Polizeiführung des Kreises Minden-Lübbecke um Landrat Dr. Ralf Niermann (3.v.l.) und Polizeidirektor Detlef Stüven (2.v.l.) möchte die die Kreispolizei neu strukturieren, um für die Zukunft gerüstet zu sein. - Foto: Knickmeyer

Minden - Die Diskussion um die Zukunft der Polizei und vor allem der Polizeipräsenz hat in letzter Zeit einiges an Staub aufgewirbelt. Landrat Dr. Ralf Niermann als oberster Dienstherr der Kreispolizeibehörde geht davon aus, dass sich die Zahl der Polizisten in den nächsten Jahren um bis zu zehn Prozent verringert. Angesichts dieser Entwicklung plant die Polizeiführung eine Neustrukturierung. Die Details sind im Projekt „Perspektive Minden-Lübbecke 2023“ erarbeitet worden.

Zurzeit sind im Kreis 393 Beamte tätig sowie 42 Angestellte (Vollzeit und Teilzeit). Eine der wichtigsten Änderungen stellte Niermann jetzt gemeeinsam mit Björn Brocks von der Direktion Kriminalität und Verkehr und Polizeidirektor Detlef Stüven vor. Die Kriminalpolizei wird ab 2017 komplett in Minden stationiert sein, die je neun Lübbecker und Bad Oeynhauser Beamten müssen also umziehen. Rund hundert Kriminalbeamte sind dann in Minden beschäftigt. Laut Brocks erhofft sich die Behörde durch die Zentralisierung Synergieeffekte etwa bei der Spezialisierung der Beamten auf die in den vergangenen Jahren in den Fokus gerückten Schwerpunkte Wohnungseinbrüche und Internetkriminalität.

Personalverlagerung für Bürger kaum spürbar

Laut Niermann und Detlef Stüven soll die Personalverlagerung für die Bürger praktisch nicht spürbar sein, denn eine Anzeige aufgeben funktioniert wie eh und je bei der Wache vor Ort oder zunächst telefonisch. Bei gravierenden Fällen sollen Befragungen zum Beispiel in Lübbecke möglich sein.

Entstanden sind die Vorschläge für die neuen Strukturen laut Polizeiführung in enger Abstimmung mit den Beschäftigten. Stüven räumte aber ein, dass nicht alle Mitarbeiter die geplanten Veränderungen begrüßen. Man müsse angesichts der Personalentwicklung aber Prioritäten setzen. Leicht habe man sich die Entscheidung nicht gemacht, versicherte Brocks.

Die Wachstandorte Minden, Porta Westfalica, Petershagen, Lübbecke, Espelkamp und Bad Oeynhausen sollen erhalten bleiben. Espelkamp bleibt weiterhin für Stemwede zuständig. Publikumsverkehr in Petershagen, Espelkamp und Porta wird nur noch sehr eingeschränkt stattfinden. Die Zeiten für Lübbecke und Bad Oeynhausen wurden auf montags bis freitags 6.30 bis 21.30 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr reduziert. Außerhalb dieser Zeiten können sich Bürger über eine Gegensprechanlage mit der Leitstelle in Minden in Verbindung setzen. Die Polizeiwache Minden bleibt 24 Stunden an 365 Tagen geöffnet.

„Die Polizei ist meistens unterwegs für den Bürger“, hieß es in Minden. Ohnehin klopften in Lübbecke nachts nur „null bis zwei Menschen“ an die Polizeitür, und das seien zumeist Anfragen, die Zeit hätten. Die Bezirksbeamten sollen zukünftig noch besser zum Beispiel über Mobiltelefon erreichbar sein. Die vorrangige, schnellste Kontaktmöglichkeit bleibt nach wie vor der Anruf unter der Nummer 110. J vk/mer

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